Schematische Darstellung eines Flachdachentwässerungssystems mit Notüberlauf und Retentionsöffnung.
Eine Retentionsdrossel verringert vor allem bei Starkregen die Abflussmenge des Regenwassers. (Quelle: Fleck GmbH)

Dach 2026-04-21T07:00:00Z Was ist eine Retentionsdrossel?

Der Klimawandel führt zu häufigeren Starkregenereignissen und damit auch zu vermehrten Überlastungen der Entwässerungstechnik. Retentionsdächer können das Problem entschärfen, da sie Regenwasser, das auf Flachdachflächen fällt, zeitweise speichern und verzögert in die Kanalisation oder eine lokale Versickerungsanlage weiterleiten. Oft kommen dabei so genannte Retentionsdrosseln zum Einsatz.

Vor allem in hoch versiegelten Stadtgebieten führen Starkregenereignisse auch in Deutschland vermehrt zu Überlastungen der herkömmlichen Entwässerungstechnik . Retentionsdächer vermindern das Problem, indem sie Niederschläge vorübergehend zurückhalten, anstatt sie sofort abzuleiten. Retention bedeutet „Zurückhaltung“ (von lateinisch „retinere“). Sie hilft, die öffentliche Kanalisation oder lokale Versickerungsanlagen bei Starkregen zu entlasten und somit Überflutungen zu vermeiden. Durch die Drosselung der Dachentwässerung lässt sich die örtliche Versickerungstechnik zudem in vielen Fällen deutlich kleiner dimensionieren.

Grundprinzip Retentionsdach

Wie erfolgt die Wasserzurückhaltung auf einem Retentionsdach? Technisch lässt sich das auf verschiedene Weisen realisieren. Dementsprechend gibt es unterschiedliche Retentionssysteme sowie Retentionsdächer mit unterschiedlich hoher Wasserspeicherkapazität.

Sehr häufig wird die Retention in Kombination mit einem Gründach ausgeführt. Das ist gewissermaßen das Standard-Retentionsdach. Voraussetzung dafür ist eine ausreichend tragfähige Dachkonstruktion, da das zurückgehaltene Wasser hohe Zusatzlasten auslösen kann. Die genannte Kombination ist aber nicht zwingend. Es gibt auch Retentionsdächer, die nicht zugleich Gründach sind.

Bei Gründach-Retentionsdächern ist die Gründachauflage selbst ein ideales Speichermedium für Regenwasser. In der Praxis werden aber häufig auch noch zusätzliche Hohlraumschichten zur Wasserspeicherung eingerichtet – typischerweise unterhalb der Vegetations- und Substratschicht und oberhalb der wasserdichten Abdichtung des Flachdachs. Das passiert meist mithilfe flächiger und hohlraumreicher Drainageelemente aus Kunststoff oder auch durch den Einsatz wasserspeichernder Dämmstoffe .

Ein großer Vorteil der Kombination von Retentions- und Gründach liegt natürlich darin, dass die Niederschläge nicht nur temporär in Regenrückhalteräumen unterhalb der Bepflanzung zwischengespeichert werden, sondern zumindest teilweise von den Pflanzen verbraucht werden. Über Verdunstung kann ein solches Dach in Hitzeperioden zudem das lokale Mikroklima verbessern.

Aber wie gesagt: Nicht alle Retentionsdächer sind zugleich Gründächer. Retentionsdächer ohne Begrünung können beispielsweise bei Dachflächen mit relativ geringer Tragfähigkeit eine sinnvolle Alternative sein. Auch in diesem Fall befinden sich oberhalb der Dachabdichtung Retentionselemente zur Wasserspeicherung – nur eben ohne Vegetations- und Substratschicht darüber.

Funktion von Retentionsdrosseln

Retention auf dem Flachdach bedeutet nicht, dass es auf den Flächen keine Dachgullys geben würde. Die klassische Entwässerungstechnik mit Abläufen und einer zusätzlichen Notentwässerung ist auch auf Retentionsdächern durchaus üblich – auch dann, wenn diese als Gründach ausgeführt werden. Allerdings wird die Ablaufleistung der Gullys oft künstlich gedrosselt, um einen größeren Anteil des Wassers auf der Dachfläche zurückzuhalten. Für diese Aufgabe kommen meist Retentionsdrosseln zum Einsatz.

Die Höhe der Retentionsöffnungen wird individuell an das jeweilige Dachobjekt angepasst.
Die Höhe der Retentionsöffnungen wird individuell an das jeweilige Dachobjekt angepasst. (Quelle: Fleck GmbH)

Angeboten werden diese Elemente zum Beispiel vom Dachzubehörhersteller Fleck aus Datteln (NRW). Bei dessen Retentionsdrossel (siehe Grafik) handelt es sich um ein rohrförmiges Aufsatz-Bauteil für Flachdachabläufe, das über Retentionsöffnungen verfügt, durch die ein Teil des abfließenden Wassers zurück auf die Dachfläche und in die Retentionsschicht fließt. Die genaue Höhe der Rohrlöcher wird für jedes Dachobjekt vorab genau bemessen. Sie ergibt sich aus objektspezifischen Faktoren wie der Dachflächengröße und der statisch zulässigen Anstauhöhe des Wassers.

Die Öffnungen in der Retentionsdrossel begrenzen den Wasserdurchfluss des Dachablaufs – und sie tun dies insbesondere bei starken Niederschlägen. Warum? Weil das Drosselrohr dann besonders stark gefüllt ist, und der hydrostatische Druck auf die Drosselöffnungen zunimmt. Bei Starkregen fließt also ein größerer Anteil der Niederschläge durch die Öffnungen zurück aufs Dach. Es verbleibt dort aber nur bis zu der für das jeweilige Dach bemessenen maximalen Anstauhöhe. Bei Überschreiten dieser Grenze wird das überschüssige Wasser per Notentwässerung abgeführt.

Retentionsboxen

Flachdachabläufe mit Retentionsdrossel werden in der Praxis meist in einen Kontrollschacht eingebaut oder man platziert über ihnen eine Retentionsbox als Schutzeinhausung. Beides dient dazu, Laub und Schmutz zurückhalten und somit Verstopfungen der Drosselöffnungen zu verhindern.

Die Retentionsbox ist aufklappbar und beliebig in der Höhe aufstockbar.
Die Retentionsbox ist aufklappbar und beliebig in der Höhe aufstockbar. (Quelle: Fleck GmbH)

Im Flachdachsortiment von Fleck gibt es für diesen Zweck spezielle Retentionsboxen aus pulverbeschichtetem Aluminium, die als äußere Schutzeinhausung für den Dachablauf samt Retentionsdrossel dienen (siehe Abbildung). Diese Boxen sind das, was man sieht, wenn man von außen auf das Flachdach blickt. Sie verdecken die eigentliche Drosselablauftechnik. Sie sind zudem aufklappbar – für Revisionszwecke – und höhenverstellbar, sodass sie sich an unterschiedlich starke (Grün)Dachschichten anpassen lassen.

Seine Retentionsdrosseln bietet Fleck übrigens in unterschiedlichen Größen. Erhältlich sind Rohrquerschnitte von 70 mm (DN 70) bis 150 mm (DN 150). Welche Größe zum Einsatz kommt, hängt von der objektspezifischen Entwässerungsbemessung ab. Denn wie bereits erwähnt, ist Entwässerungstechnik für Flachdächer kein Standardprodukt, sondern hängt von vielen individuellen Faktoren ab. Dazu gehören die typischen lokalen Niederschlagsmengen sowie Größe und Oberflächenbeschaffenheit der jeweiligen Dachfläche.

zuletzt editiert am 17. April 2026