Ein modernes Wohnzimmer mit stilvollen Möbeln und einem offenen Zugang zu einem Balkon mit Blick auf Dächer.
Großformatige Fenstertüren bleiben auch 2025 im Trend. (Quelle: Lacuna / Frovin)

Plus 2025-09-10T07:00:00Z Was sind die Fenstertrends 2025?

Größere Glasflächen, bodentiefe Bauelemente, schmalere Rahmen und Fensterflügel, mehr Farben und mehr automatisierte (Smart-Home-)Technik: So lassen sich die aktuellen Design-Trends der Fensterbranche zusammenfassen, die der Verband Fenster + Fassade im Mai vorgestellt hat.

Die Quote energetischer Gebäudesanierungen ist in Deutschland viel zu niedrig und seit ein paar Jahren sogar weiter rückläufig. Laut einer Studie der B+L Marktdaten Bonn im Auftrag des Bundesverbands energieeffiziente Gebäudehülle lag sie 2024 nur noch bei 0,69% (2023: 0,70 %; 2022: 0,88 %). Für die Erreichung der deutschen Klimaziele 2030 wäre eigentlich eine jährliche Sanierungsquote von mindestens 2 % notwendig.

Im Fensterbereich sieht die Situation etwas besser aus. Hier lag die Sanierungsquote 2024 immerhin bei 1,19 %. Ein Grund dafür ist sicher, dass ein Fensteraustausch zu relativ geringen Kosten möglich ist. Hinzu kommt aber wohl auch, dass die Menschen mit neuen Fenstern nicht nur bessere energetische Kennwerte verbinden, sondern auch ein Plus an Wohn- und damit Lebensqualität. Die vom Verband Fenster + Fassade ( VFF ) vorgestellten Design-Trends bei Fenstern 2025 scheinen diese These zu unterstreichen.

Trend 1: Fenster werden größer

Neue Fenster werden immer größer. Der VFF beobachtet nicht nur einen Trend zu großvolumigeren „normalen“ Fassadenfenstern , sondern insbesondere auch zu bodengebundenen Fenstern beziehungsweise zu Fenstertüren (Hebe-Schiebe-Türen, Schiebetüren , Falttüren ). Dieser Trend hält schon seit Jahren an und setzt sich auch in diesem Jahr fort.

Ein modernes Badezimmer mit einer großen Badewanne und einem Panoramafenster, das einen atemberaubenden Blick auf die umliegende Landschaft bietet.
Frank Lange: „Der Trend zu größeren Fensterflächen spiegelt den Wunsch der Menschen nach Helligkeit, Weite und Ausblick wider“. (Quelle: Gaulhofer)

„Der Trend zu größeren Fensterflächen spiegelt den Wunsch der Menschen nach Helligkeit, Weite und Ausblick wider“, erläutert VFF-Geschäftsführer Frank Lange. „Wir halten uns heutzutage viel mehr in Innenräumen auf als früher. Dementsprechend möchten die Menschen möglichst viel Tageslicht in ihre eigenen vier Wände holen. Das erzeugt ein Gefühl von Offenheit und Verbindung zur Außenwelt.“

Möglich macht dies der technische Fortschritt: Moderne Fenster sind energetisch so effizient, dass selbst über größere Glasflächen nur wenig Wärme verloren geht. Scheint die Sonne darauf, erwärmen diese Fenster sogar an kalten Tagen den Innenraum – ein Beitrag zur Energie- und Kostenersparnis.

An heißen Sommertagen haben große Verglasungen freilich auch Nachteile, da sich die Innenräume dann schnell unangenehm aufheizen können. Je größer die Fenster, umso wichtiger werden daher spezielle Sonnenschutzverglasungen beziehungsweise außenliegende Sonnenschutzsysteme wie Markisen, Rollläden oder Außenjalousien.

„Denken Sie bei der Planung neuer Fenster auch an den passenden Hitzeschutz“, unterstreicht Frank Lange vom VFF, dem führenden Fachverband der deutschen Fenster- und Türenbranche, der aktuell rund 440 Mitglieder repräsentiert. Dabei handelt es sich überwiegend um Hersteller- und Montagebetriebe sowie um die Industrie- und Fachhandelspartner der Fensterbaubranche.

Trend 2: Drinnen-Draußen-Grenze verschwindet

Der zweite Trend hängt eng mit dem ersten zusammen. Je größer der Glasanteil an der Gebäudefassade, umso mehr „verschwimmt“ deren Grenzfunktion – die Übergänge werden fließender.

Große Fensteranlagen zur Terrasse hin gehören bei Einfamilienhäusern schon länger zum Standard. Häufig kommen hier großflächige Hebe- und Schiebetüren oder bodengebundene Fenster beziehungsweise Fenstertüren zum Einsatz. Schiebekonstruktionen bieten eine größere Türöffnung als Fenstertüren und können beinahe die gesamte Fensterfront leichtgängig verschwinden lassen. Dasselbe gilt für moderne Falttüren.

Die zunehmende Beliebtheit von Schiebetüren erklärt VFF-Geschäftsführer Frank Lange wie folgt: „Die Glastür gleitet zurück und schon erweitert sich das Wohnzimmer auf die Terrasse und den Garten. Das schafft einen fließenden Übergang zwischen Drinnen und Draußen und entspricht dem Bedürfnis der Menschen, viel Luft und Licht in den Innenraum zu lassen – gerade, weil der Alltag vieler Menschen nurmehr in Innenräumen stattfindet“.

Trend 3: Dunkle oder graue Rahmen

Jahrzehntelang waren Fensterrahmen überwiegend in Weiß gehalten. Wenn wir an dieser Stelle von „Fensterrahmen“ sprechen, ist übrigens immer sowohl der äußere (unbewegliche) Blendrahmen gemeint, der den Fensterflügel mit der Wand verbindet, als auch der Rahmen des beweglichen Fensterflügels. Heute sind bei diesen Rahmen laut VFF zunehmend dunkle oder graue Töne stilprägend.

Ein modernes Gebäude mit einer Bankfiliale im Erdgeschoss. Das Gebäude hat große Fenster und einen minimalistischen Stil.
Auch dunkle und graue Rahmen (hier: das Modell „VEKA Feinstruktur“ bei der Sparkasse in Elsenfeld) liegen im Trend. (Quelle: Löwe)

Matte Oberflächen in Anthrazit oder Umbragrau liegen wie in anderen Bereichen auch bei Fenstern schwer im Trend. Sie verströmen technische Eleganz und erinnern an das Bauhaus-Design. Das Material des Fensterrahmens spielt übrigens bei diesem Trend – anders als es im ersten Moment erscheinen mag – eher eine untergeordnete Rolle. Nicht nur Aluminiumfenster sind in den genannten „In“-Farbtönen erhältlich, auch Holz- und Kunststoffrahmen lassen sich farblich entsprechend ausführen.

Wichtig bei Hitze: Dunkle Farben heizen sich durch Sonneneinstrahlung deutlich mehr auf als helle. Kritisch sieht der VFF dies aber weniger bei den ohnehin zunehmend schmaleren Rahmenprofilen als vielmehr bei den weiter vorstehenden und breiteren Rollladenprofilen. Bestehen diese aus dunklen Materialien sollten sich Verbraucher nach Angaben des Fensterverbands vorab gründlich informieren, ob Funktion und Langlebigkeit der Rollladen nicht durch Überhitzung beeinträchtigt werden könnten.

Trend 4: Schlanke Profile

Ein weiterer Fenstertrend, den der VFF hervorhebt, betrifft zwar den Rahmen, verweist jedoch indirekt ebenfalls auf den dominierenden Wunsch nach größeren Glasflächen. Schlankere Rahmen vergrößern eben diese. Darüber hinaus gibt es auch einen Trend zu schmaleren Fensterflügeln, also zu einem kleineren Flügelquerschnitt. Beides ist laut VFF „in“ und wurde zugleich erst durch Fortschritte in der Materialtechnik möglich.

Schmalere Rahmen ermöglichen einen noch größeren Glasanteil, wodurch das Fenster mehr Tageslicht hineinlässt. Das hilft auch beim Energiesparen, denn moderne, gut gedämmte Fenstergläser lassen an sonnigen Tagen mehr Sonnenwärme hinein als entweichen kann. Im Winter kann man auf diese Weise Heizkosten sparen. Im Sommer droht dagegen schneller eine Raumüberhitzung, was wiederum die wachsende Bedeutung von Sonnenschutzsystemen unterstreicht.

Ein weiterer Rahmentrend betrifft die so genannten „flächenbündigen Konstruktionen“. Bei dieser angesagten Variante schließen Flügel und Blendrahmen nicht mehr versetzt, sondern bilden im geschlossenen Zustand eine durchgängige Ebene, die nur noch durch einen schmalen Spalt gegliedert wird. Es gibt zudem Konstruktionen, bei denen der Rahmen des Fensterflügels gar nicht mehr zu sehen ist, weil er optisch hinter dem Blendrahmen verschwindet. Dadurch sehen Festverglasungen und Flügel von außen nahezu identisch aus.

Trend 5: Zunehmende Automation

Als fünften und letzten Fenstertrend 2025 nennt der VFF die zunehmende Automatisierung der Bauelemente – Stichwort „ Smart Home “. Der Begriff Smart Home steht für „intelligente“ Gebäude, in denen unterschiedlichste technische Komponenten über das Internet miteinander vernetzt und dadurch vom Benutzer fernsteuerbar und programmierbar sind. Solche Smart-Home-Systeme beziehen zunehmend auch die Fenster ein.

Ein Mann steht in einem Raum mit großen Dachfenstern und benutzt ein Smartphone.
Immer häufiger werden Fenster über das Smartphone geöffnet und geschlossen. (Quelle: Velux)

Nach VFF-Angaben setzen sich mittlerweile auch automatische Lüftungssysteme zunehmend durch. Dabei messen Sensoren Temperatur und Luftfeuchtigkeit, und auf Grundlage der Ergebnisse schalten sich dann bei Bedarf automatisch die in den Fenstern integrierten, automatischen Lüfter ein.

Weitere Automatisierungsfunktionen betreffen die Sonnenschutzsysteme, die ebenfalls sensorgesteuert automatisch hoch- und runterfahrbar sind. So lässt sich eine Überhitzung des Gebäudes rechtzeitig verhindern. Regensensoren sorgen zudem dafür, dass die Fenster bei Niederschlägen selbsttätig schließen.

Viele dieser Automatisierungsfunktionen können die Nutzer heute bequem über ihr Smartphone steuern – auch aus größerer Entfernung. Wer nach dem Verlassen des Hauses zum Beispiel unsicher ist, ob er wirklich alle Fenster und die Haustür einbruchssicher verschlossen hat, kann dies mit entsprechenden Smart-Home-Funktionen auch dann noch nachholen, wenn er längst auf dem Weg in den Urlaub ist.

Und die Entwicklung geht weiter: Schaltbare Gläser, die sich per Knopfdruck abdunkeln oder milchig schalten lassen, bieten Sicht- und Sonnenschutz auf Wunsch – im Premium-Segment ist das bereits verfügbar.

Baustoff-Fachwissen verständlich erklärt: Jetzt Newsletter abonnieren!

Der BaustoffWissen-Newsletter bringt Sie thematisch immer auf den neuesten Stand. Sie erhalten die Branchen-News dann zwei Mal monatlich.

zuletzt editiert am 03. September 2025
Newsletter