Der WDVS-Absatz ist weiter nach unten gegangen. (Quelle: B+L Marktdaten GmbH)

Aktuell 2024-11-25T08:00:00Z WDVS-Absatzminus beschleunigt sich

Die Talfahrt beim Absatz von Wärmedämm-Verbundsystemen (WDVS) hat an Geschwindigkeit zugelegt. Nachdem schon im zweiten Quartal dieses Jahres ein Minus von 9,3 % zu Buche stand, hat sich dieser Negativ-Trend im dritten Quartal weiter verstärkt – das Minus lag im Vergleich zum Vorjahresquartal bei 12,2 %. Für das Gesamtjahr 2024 wird ein Rückgang um 8,1 % gegenüber dem Vorjahr erwartet.

Die Marktstatistik wurde im Auftrag des Verbandes für Dämmsysteme, Putz und Mörtel (VDPM) von der B+L Marktdaten GmbH erhoben. Für den Rückgang liefert der Dienstleister folgende Begründung: „Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben sich während des dritten Quartals verschlechtert und die Investitionsbereitschaft ist sowohl auf privater wie auf gewerblicher Seite nach wie vor auf einem niedrigen Niveau. Entsprechend werden energetische Modernisierungsmaßnahmen weiterhin nicht angegangen beziehungsweise verschoben. Die Neubaunachfrage ist erwartungsgemäß auf einem Tiefpunkt.“

Marktstatistik von B+L

Das WDVS -Absatzminus von 12,2 % im dritten Quartal bedeutet in absoluten Zahlen einen Rückgang auf 7,6 Mio. m². Im dritten Quartal 2023 waren es noch rund 8,7 Mio. m². Die Daten basieren auf den Absatzzahlen der VDPM-Mitglieder. Der Verband repräsentiert nach eigenen Angaben die führenden Hersteller von Fassadendämmsystemen (inklusive Zubehör), Außen- und Innenputzen, Mauermörtel und Estrich.

Die Investitionen in (energetische) Modernisierungen sind laut B+L in Deutschland schon seit 2022 rückläufig. Die Gründe dafür sieht man in der Belastung der Haushaltsbudgets durch die Inflation, in der allgemeinen Verunsicherung auch vor dem Hintergrund des Ukraine-Krieges sowie in der einseitigen Ausrichtung der staatlichen Förderungen auf die Haus- und Heiztechnik.

In der B+L-Analyse heißt es weiter: „Obwohl vielfach eine Entspannung in der Modernisierung ab der zweiten Jahreshälfte 2024 erwartet wurde, ist diese nicht eingetreten. Ein Einflussfaktor war sicherlich die Kürzung der Fördermaßnahmen für Energieberatungen, von bisher maximal 80 % auf maximal 50 % der Kosten. Hinzu kommt ein genereller politischer Stillstand, welcher durch die Auflösung der Regierungskoalition verstärkt wurde.“

Angesichts des unerwartet starken Rückgangs im dritten Quartal, hat B+L auch die WDVS-Absatzprognose für das Gesamtjahr 2024 nach unten korrigiert. Rechnete man noch im Sommer mit einem Rückgang von 5,2 % im Vergleich zum Vorjahr, so gehen die Experten nunmehr von einem Rückgang um 8,1 % aus. Die Prognose für das gesamte Absatzvolumen sinkt demnach auf 28 Mio. m² (2023: 30,47 Mio. m²).

Bis auf Weiteres erwarten die Wissenschaftler keine relevante Trendumkehr. Die WDVS-Nachfrage werde auch im neuen Jahr erheblich unter Druck stehen. Frühestens in der zweiten Jahreshälfte 2025 sei mit einer Erholung zu rechnen.

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zuletzt editiert am 25. November 2024
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