Ein Handwerker trägt mit einer Kelle Mörtel auf eine Reihe von Ziegelsteinen auf.
Der Kaltziegel wird wie herkömmliches Planziegelmauerwerk verarbeitet. (Quelle: buero-magma.com / Martin Schachenhofer)

Aktuell 2026-06-01T07:00:00Z Zulassung für den Kaltziegel

Seit etwa zwei Jahren verkauft Leipfinger-Bader den so genannten Kaltziegel – ein massiver Mauerwerkziegel, der komplett aus recyceltem Ziegelmaterial hergestellt wird und ohne energieintensiven Brennvorgang auskommt. Seit Kurzem verfügt der Hersteller für das innovative Produkt auch über eine bauaufsichtliche Zulassung des Deutschen Instituts für Bautechnik.

Der Kaltziegel wird aus recycelten Ziegelresten, die während des Produktionsprozesses oder bei Abrissarbeiten anfallen, und mineralischen Bindemitteln hergestellt. Auf diese Weise ermöglicht er erstmals eine echte Kreislaufwirtschaft im Ziegelbau. Die Kaltpressung und Lufttrocknung steht zudem für eine energiearme Herstellung, die ganz ohne die für Mauerziegel bisher üblichen Brennprozesse auskommt.

Trotzdem handelt es sich um einen Baustoff von hoher Stabilität, der jetzt auch offiziell als Planvollstein und Planvollblock für tragende und raumabschließende Wände zugelassen ist. So steht es in der allgemeinen Bauartgenehmigung Z-17.13-1328 des Deutschen Instituts für Bautechnik ( DIBt ).

Überzeugende Leistungswerte

Nach Angaben von Leipfinger-Bader markiert die Erteilung der allgemeinen Bauartgenehmigung ( aBG ) einen bedeutenden Meilenstein, der die technologische Reife des Systems bestätigt und den Weg für einen breiten Einsatz des Kaltziegels in Neubau und Sanierung ebnet.

Innenansicht eines Rohbaus mit unverputzter Ziegelwand und Sonnenlicht, das durch die Fenster fällt.
Bei einem Projekt in Tirschenreuth kam der Kaltziegel bereits als tragende Innenwand zum Einsatz. (Quelle: Leipfinger-Bader)

Die Zulassung bestätigt unter anderem die Konformität der Steineigenschaften mit der Leistungserklärung der DIN EN 771-3 („Mauersteine aus Beton mit dichten und porigen Zuschlägen“). Der Bezug auf diese Norm erfolgte aufgrund des kalten Herstellungsverfahrens, nicht aufgrund eines Betoncharakters des Materials.

Der Kaltziegel ist in den Rohdichten 1,60 kg/dm³ beziehungsweise 1,80 kg/dm³ sowie in den Druckfestigkeitsklassen 6, 8, 10 und 12 erhältlich. Die hohen Rohdichtewerte ermöglichen eine Einstufung in die Feuerwiderstandsklassen F 30-A, F 60-A und F 90-A. Dadurch ist der Kaltziegel auch für den Bau von Brandwänden geeignet. Dabei beträgt die Mindestwanddicke für Brandwände 240 mm. Die Zulassung gilt übrigens sogar für unverputzte Brandwände, was zusätzliche Gestaltungsspielräume im Mauerwerksbau eröffnet.

Da der Kaltziegel zentrale Anforderungen an Ressourcenschonung, Energieeffizienz und Kreislauffähigkeit von Baustoffen erfüllt, eignet er sich natürlich auch für Gebäude mit QNG-Zertifizierung .

Auf dem Weg zur Kreislaufwirtschaft

Die neue Mauerziegel-Zulassung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Bauindustrie verstärkt unter Druck steht, ihre CO₂-Emissionen zu reduzieren und zukunftsfähige Lösungen zu etablieren. Der Kaltziegel bietet hierfür eine Antwort.

„Die Zulassung bestätigt, dass ressourcenschonende Baustoffe sich weiter etablieren, höchste technische Anforderungen erfüllen und damit einen wichtigen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft leisten“, sagt Thomas Bader, Geschäftsführer von Leipfinger-Bader. „Damit können wir künftig noch mehr Projekte kreislauffähig und wirtschaftlich umsetzen.“

Durch die neue Zulassung steht jetzt ein Recyclingbaustoff zur Verfügung, der wie konventionelle Produkte nachweislich alle erforderlichen Standards erfüllt und damit uneingeschränkt für zugelassene bauliche Zwecke eingesetzt werden kann. Die Zulassung eröffnet neue Optionen für verschiedenste Einsatzgebiete des Kaltziegels sowohl in Büro- und Industriegebäuden als auch im Wohnungsbau.

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zuletzt editiert am 01. Juni 2026
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