Der Verein Deutscher Ingenieure hat Anfang Dezember die neue „Richtlinie VDI 6202 Blatt 10“ veröffentlicht. Sie informiert über den sicheren und rechtskonformen Umgang mit potenziell asbesthaltigen Bau- und Abbruchmaterialien und gibt in diesem Zusammenhang technisch präzise Vorgaben, wie Materialchargen systematisch beprobt, untersucht und bewertet werden müssen.
Asbesthaltige Baustoffe finden sich in vielen Gebäuden, die vor 1995 errichtet wurden – häufig unerkannt. Angesichts zunehmender Abbruch- und Sanierungsmaßnahmen steigt die Bedeutung eines sicheren Umgangs mit dem Schadstoff im Bauschutt. Gleichzeitig wächst der Druck, mineralische Baustoffe im Sinne der Kreislaufwirtschaft hochwertig zu recyceln – ein Ziel, das ohne verlässliche Asbestanalytik nicht erreichbar ist.
Die neue Richtlinie des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) macht Planenden, Bauherren, Entsorgungsunternehmen und Behörden praxisnahe Vorgaben zum sicheren Umgang mit der geschilderten Problematik.
Richtlinie schafft Rechtssicherheit
Mit der Veröffentlichung der Richtlinie VDI 6202 Blatt 10 („Schadstoffbelastete bauliche und technische Anlagen – Asbest in mineralischen Bau- und Abbruchabfällen“) zeigt der VDI den sicheren und rechtskonformen Umgang mit potenziell asbesthaltigen Bau- und Abbruchmaterialien. Die Richtlinie schließt eine Lücke im technischen Regelwerk und schafft erstmals einen normativen, fachlich fundierten Rahmen für Erkundung, Probenahme und Bewertung technischer Asbestprodukte in Recyclingmaterialien und Altablagerungen.
Die Richtlinie ergänzt bestehende Vorgaben wie die LAGA-Mitteilung M 23, die TRGS 517/519 sowie die Ersatzbaustoffverordnung und setzt einen strukturierten, praxisorientierten Standard für die Untersuchung mineralischer Abbruchmaterialien. Checklisten, Prozessdarstellungen und Materiallisten unterstützen bei der korrekten Festlegung von Probenahme-Mengen und -dichten sowie Analysenmethoden.
Die Richtlinie stellt ferner klar, wie die bestehenden Dokumentationspflichten belastbar und rechtssicher umzusetzen sind. Unterm Strich erhalten Planende, Bauherren, Entsorgungsunternehmen und Behörden ein Werkzeug, das in der Praxis für mehr Sicherheit, Verlässlichkeit und Transparenz sorgen und zugleich einen wichtigen Beitrag zur Qualität im Baustoffrecycling leisten soll.
Die Richtlinie VDI 6202 Blatt 10 kann ab sofort bei DIN Media zum Preis von 117,10 Euro bestellt werden. VDI-Mitglieder bezahlen 10 % weniger.
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