Aufzugsschächte in Gebäuden wurden früher auch in Wohnhäusern standardmäßig mit permanenter Lüftungsöffnung nach draußen ausgeführt. Im Zeitalter gesetzlicher Vorgaben zu Wärmedämmung und Luftdichtheit ist das schon länger keine gute Idee mehr. Die gute Nachricht: Es gibt mittlerweile Lüftungs- und Entrauchungshauben für den Schachtabschluss, mit denen sich Wärmeverluste minimieren und zugleich der Rauch- und Wärmeabzug im Brandfall garantieren lassen.
Dass ein Aufzugsschacht über eine Belüftungsoption verfügt, ist grundsätzlich richtig und wichtig. Ein gewisses Maß an Luftaustausch ist schließlich auch im Schacht und in der sich darin bewegenden Fahrkabine unumgänglich. Zudem ist im Brandfall ein effektiver Rauch- und Wärmeabzug erforderlich.
Es macht auch Sinn, die Lüftungsöffnung am oberen Ende des Schachts zu positionieren. Auf diese Weise lässt sich eine optimale Luftströmung erzeugen, denn warme Luft steigt im Schacht automatisch nach oben. Eigentlich nicht mehr zeitgemäß ist dagegen die klassische Permanentöffnung am Schachtkopf, da sie zu hohen Energieverlusten im Gebäude führen kann. Gleichwohl ist diese Form der Entlüftung im deutschen Gebäudebestand weiterhin stark verbreitet.
Großes Einsparpotenzial
Nicht nur große Bürotürme und Gewerbeimmobilien, sondern auch viele Mehrfamilienhäuser und sonstige Wohnanlagen sind heute mit Aufzügen ausgestattet – für mehr Komfort und Barrierefreiheit. Ab vier oberirdischen Geschossen beziehungsweise 13 m Gebäudehöhe schreiben die deutschen Landesbauordnungen sogar vor, dass Aufzüge installiert werden müssen.

Während Dächer und Fassaden von Neubauten heute in der Regel luftdicht gebaut und bestens gedämmt werden, sieht es bei den Aufzuganlagen nach wie vor anders aus. Aufzugsschächte mit Permanentöffnung sorgen hier in vielen Fällen für hohe Energieverluste im Gebäude.
Nach Angaben des Unternehmen Berliner-Luft Technik GmbH – ein Systemanbieter von Produkten der Luft-, Klima- und Prozesslufttechnik – gehen über einen permanent geöffneten Aufzugsschacht mit sechs Haltestellen jedes Jahr etwa 10.000 kWh an Wärmeenergie verloren. Das verursacht etwa 1.000 Euro an zusätzlichen Heizkosten. Bei der Berliner-Luft geht man derzeit von rund 500.000 modernisierungsbedürftigen Aufzügen in Deutschland aus. Würden diese modernisiert, ließen sich etwa 5 Mrd. kWh Energie pro Jahr einsparen. Auf diese Weise könnte man fast 2 Mio. Tonnen CO2-Emissionen verhindern.
Kamineffekt im Aufzugsschacht
Wärmeverluste über den Aufzugsschacht können das gesamte Gebäude betreffen. Macht der Fahrstuhl in beheizten Stockwerken Halt, strömt warme Luft in die Fahrkabine. Von dort wird die Wärme an die in der Regel kühlere Schachtluft abgegeben und steigt durch den Kamineffekt automatisch nach oben – zum Schachtabschluss.

Die Sogwirkung, die der Schacht auf die Warmbereiche des Gebäudes ausübt, ist umso stärker, je größer die Temperaturunterschiede sind, je kälter also der Schacht ist. Die Schachtabkühlung erfolgt in vielen Gebäuden nicht nur über eine Permanentöffnung am Schachtkopf, sondern auch über unbeheizte Keller- oder Dachgeschosse, die vom Fahrstuhl angefahren werden.
Lassen sich Aufzugsschächte ausreichend be- und entlüften, ohne dass dabei dauerhafte Wärmebrücken entstehen? Ja, das funktioniert, wenn man die Schachtabschlüsse mit Lüftungs- und Entrauchungshauben ausstattet, die sich bedarfsgerecht nur dann vorübergehend öffnen, wenn dies erforderlich ist. Entsprechende Produkte sind am Markt schon länger erhältlich, der Praxis aber bis heute noch keineswegs flächendeckend verbreitet – weder im Gebäudebestand noch bei Neubauten.
Wärmegedämmte Lüftungshaube
Ein Beispiel für ein solches Produkt ist die Lüftungs- und Entrauchungshaube GEG-FLAP der Berliner-Luft Technik (siehe Fotos). Dabei handelt es sich ein Produkt für Flachdächer, das auf den Schachtabschluss aufgesetzt wird und Energieverluste sowie eine Gebäudeauskühlung verhindern soll. Die standardmäßig aus verzinktem Stahlblech hergestellte eckige Lamellenhaube verfügt über einen wärmegedämmten Dachsockel, in den eine gedämmte Jalousieklappe integriert ist.
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„Unsere GEG-FLAP ist die Antwort auf die Nachfrage nach energieeffizienten Lösungen in Aufzugsschächten“, erläutert Karsten Bruns, Produktmanager Lüftungskomponenten bei der Berliner-Luft Technik GmbH. „Dank ihrer speziellen Konzeption punktet sie doppelt, nämlich mit einem Plus an Energieeffizienz und einer sicheren Rauchableitung.“ Die gedämmte Jalousieklappe übernimmt bei Bedarf nicht nur die temporäre Belüftung des Schachts, sondern sorgt im Brandfall auch für eine effektive Rauch- und Wärmeableitung.
Die GEG-FLAP schließt buchstäblich die permanente „Lücke“ im Aufzugsschacht, die vor allem vor Einführung der Energieeinsparverordnung ( EnEV ) beziehungsweise des Gebäudeenergiegesetzes ( GEG ) im Gebäudebereich gang und gäbe war. Sie ist sowohl für die Sanierung in Bestandsgebäuden als auch für Neubauten einsetzbar. Ihre Klappe (englisch: „flap“) ist in der Regel luftdicht geschlossen, lässt sich aber für eine gesteuerte Belüftung des Schachts vorübergehend öffnen. Außerdem öffnen sich die Lamellen der Klappe automatisch, wenn Rauch oder überhöhte Temperaturen im Schacht auftreten.
Die geschlossene Klappe dient zugleich als Wetter- und Regenschutz. Die im geschlossenen Zustand erreichte Luftdichtigkeit ist GEG-konform – daher der Name GEG-FLAP.