Nur 7 % der Firmen erwarten 2024 eine verbesserte Auftragslage. (Quelle: Munich Strategy)

Aktuell 2024-01-29T11:14:30.531Z Bauindustrie in schlechter Stimmung

Für das „Stimmungsbarometer Hochbau 2024“ hat die Unternehmensberatung Munich Strategy Entscheider der Baustoff- und Heizungsindustrie zu ihrer aktuellen Stimmungslage und ihren Erwartungen für das Jahr 2024 befragt. 62 % der Entscheider rechnen dieses Jahr mit einer weiteren Verschlechterung der Auftragslage.

Für das Barometer hat die Unternehmensberatung mit insgesamt 234 Branchenvertretern aus Industrie, Handel und Handwerk gesprochen. Fazit der Studie: Die Stimmung in der Branche ist deutlich getrübt.

Nach den Erwartungen für 2024 befragt, äußern sich Baustoffindustrie und Baustoffhandel am pessimistischsten, während das Handwerk nur von einer vorübergehenden Abkühlung ausgeht. Aber auch in der Heizungsbranche ist nach einer Rekordzahl an verkauften Wärmepumpen im letzten Jahr mittlerweile Ernüchterung eingekehrt.

Wenig Optimismus

„Im Jahr 2023 erlebten viele Unternehmen einen Einbruch, konnten jedoch noch von den Auftragspolstern der vorherigen Jahre profitieren – dieser Vorteil schwindet im Jahr 2024“, so das Fazit von Dr. Sebastian Theopold, Studienautor und Bauexperte bei Munich Strategy.

Selbst die Heizungsbranche hat ihren Optimismus verloren. (Quelle: Munich Strategy)

Das Jahr 2023 verlief für die Mehrzahl der befragten Unternehmen durchwachsen. 70 % verzeichneten eine Stagnation, 24 % eine Verschlechterung der Auftragslage. Am negativsten verlief die Entwicklung im Baustoffhandel. Neun von zehn der Handelshäuser, die von Munich Strategy befragt wurden, gaben an, dass sich ihre Auftragslage 2023 verschlechtert hat.

Auch acht von zehn Handwerksunternehmen berichteten von einer verschlechterten Auftragslage – allerdings nur in den letzten sechs Monaten. 62 % der Handwerker gehen zudem nur von einer zeitweisen Abkühlung aus und rechnen damit, dass Mitte 2024 die Auftragslage wieder anzieht.

Der relative Optimismus im Handwerk trifft aber nicht auf die Gesamtbranche zu. 93 % aller befragten Unternehmen erwarten für das laufende Jahr keine Verbesserung. Im Gegenteil: Für 2024 gehen 62 % von einer weiteren Verschlechterung der Auftragslage aus und 31 % von einer Stagnation.

Am pessimistischsten sind die Baustoffhersteller. Von ihnen erwarten 71 % eine Verschlechterung der Auftragslage gegenüber 2023 (Stagnation: 20 %, Verbesserung; 9 %). Im Fachhandel gehen 63 % von einer Verschlechterung und 15 % von einer Stagnation der Auftragslage aus. Immerhin 22 % glauben an eine Verbesserung.

Ernüchterung in der Heizungsbranche

Für die Hersteller von Wärmepumpen war 2023 eigentlich ein Rekordjahr. 356.000 Stück verkauften sie insgesamt – ein Plus von 51 % gegenüber dem Vorjahr. Nach der politischen Verwirrung rund um das Gebäudeenergiegesetz ( GEG ) brach allerdings bereits im zweiten Halbjahr 2023 die Nachfrage ein, Gasheizungen erfuhren eine Wiederbelebung.

In das neue Jahr blicken die Hersteller dementsprechend nur noch mit gedämpften Erwartungen. Nur 18 % erwarten eine Verbesserung gegenüber 2023, während 27 % von Stagnation und 55 % von einer Verschlechterung ausgehen.

zuletzt editiert am 29. Januar 2024