RM Rudolf Müller
Schallschutzmessung

Deutlich mehr Ruhe: Messungen bestätigen die schallschutztechnische Wirksamkeit von Vorsatzschalen mit „Diamant“-Platten von Knauf.

Trockenbau
30. Januar 2009 | Artikel teilen Artikel teilen

Hochwertiger Trockenbau mit Hartgipsplatten – Teil 1

Auf den Bildern zu diesem Beitrag dominiert die Farbe Blau. Sie kennzeichnet eine neue Generation von Gipsplatten des Herstellers Knauf. Diese so genannten Hartgipsplatten wurden speziell für den hochwertigen Trockenbau entwickelt und zeichnen sich vor allem durch einen hohen Schallschutz sowie eine große Festigkeit, aber auch durch gute Brandschutz-Eigenschaften aus.

Hartgipsplatten GKFI wie z.B. die „Knauf Diamant“ bestehen aus einem imprägnierten Spezialkern mit hochwertiger Kartonummantelung. Sie sind Systemkomponenten für hochwertige Trockenbauleistungen und eigenen sich für Bauteile mit hohen Anforderungen an den Brandschutz (Feuerschutzqualität GKFI), den Schallschutz (hohe biegeweiche Flächenmasse), die mechanische Beanspruchbarkeit (hohe Härte und Festigkeit), die aussteifende Wirkung der Beplankung (hohe Festigkeit durch erhöhte Rohdichte) und an die Feuchtebeständigkeit (Spezialimprägnierung nach DIN 18180).
Als widerstandsfähige, schlagfeste Bekleidung eignet sich die Diamant-Hartgipsplatte z.B. besonders für den Schul- und Sportstätten- sowie den Krankenhausbau. Außerdem werden Diamant-Beplankungen immer mehr auch im Holztafelbau – hier auch im Außenbereich unter Wetterschutzschicht – und für Raum-in-Raum-Systeme eingesetzt. Im Bereich Schallschutz bietet z.B. das Knauf-System „W 152“ – eine Metallständerwand mit beidseitig doppelter Beplankung – Schalldämmwerte R’wR von 55 bis 60 dB und das System „W 153“ mit beidseitig dreilagiger Beplankung sind Feuerwiderstandsklassen von F 30 A bis hin zu F 120 A nachgewiesen.
Diamant-Platten sind heute in fast allen Knauf-Systemen als Beplankung verwendbar, um die Systemeigenschaften weiter zu verbessern – z.B. die Dübelbelastbarkeit an Wänden.

Dübelbelastbarkeit an Wänden (Zug- und Abscherbelastung)

 

Beplankungsdicke  Kunststoffhohlraumdübel,
8 oder 10 mm
Metallhohlraumdübel
Schrauben M5 oder M6
 12,5 mm
 30 kg  35 kg
 15 mm  35 kg  40 kg
 2x 12,5 mm  45 kg  55 kg
 2x 15 mm  50 kg  60 kg

Sanierung von Schulgebäuden

Montage einer Knauf Diamant Hartgipsplatte

Im blauen Bereich: Montage von doppellagigen Diamant-Konstruktionen als Flurtrennwand.

Mit der Pisa-Studie ist auch die Sanierung von Schulgebäuden stärker ins Blickfeld der Öffentlichkeit gerückt – ein ideales Einsatzgebiet für Hartgipsplatten, da sich mit ihnen ein besonders guter Schallschutz realisieren lässt. Bei zwei kürzlich sanierten Gesamtschulen im Großraum Kassel – der Erich-Kästner-Schule in Baunatal sowie der Annatal-Schule in Vellmar – kamen z.B. für den Innenausbau Diamant-Platten zum Einsatz. Die dort vorhandenen Systemtrennwände aus Stahlblechelementen sowie die abgehängten Decken genügten weder aktuellen brand- und schallschutztechnischen Anforderungen noch waren sie wirtschaftlich sinnvoll nachzurüsten.
Ein Rückbau bis auf den Rohbau war deshalb unumgänglich. In Zusammenarbeit mit Knauf wurden anschließend neue robuste Systemkonstruktionen entwickelt, montiert und auch untersucht. Als Klassenraum- und Flurtrennwand kam das Diamant-System W 152 zum Einsatz. Der Rechenwert des bewerteten Schallschutzes R´wR beträgt bei einer Wanddicke von 125 mm 57 dB. Dazu bietet die Hartgipsplatte mit einer Brinellhärte von 34 N/mm² eine hohe Festigkeit der Oberfläche, wie sie für den raumbildenden Ausbau in Schulen gefordert wird. Die bauakustischen Messungen im Objekt bewiesen: Die erstellten Trennwände zwischen Unterrichtsräumen erfüllten mit dem bewerteten Bauschalldämmmaß R´w von 47 dB die Anforderungen der DIN. Gelöst wurden damit auch differenzierte Brandschutzanforderungen von F 30 bis F 90.

Ruhige Nachbarschaft

Die guten Schallschutzeigenschaften von Hartgipsplatten lassen sich auch für effektive Schalldämmverbesserungen von Wohnungs- und Haustrennwänden mit Vorsatzschalen nutzen. Für die nachträgliche schalltechnische Verbesserung von massiven Wohnungs- bzw. Reihenhaustrennwänden hat Knauf eine effektive Lösung entwickelt: die Vorsatzschale W 626. Die freistehende Konstruktion besteht aus CW 50-Profilen, die zweilagig mit Diamant-Platten beplankt sind. Je nach Ausgangslage sind mit dem System nachweislich schallschutztechnische Verbesserungen von 10 bis 15 dB erreichbar – Werte, um auch bei schwierigeren Vorgaben guten Schallschutz zu erzielen. Die Konstruktion steht zudem für einen minimalen Raumverlust. Mit 50 mm Wandabstand zwischen Vorsatzschale und bestehender Massivwand erreicht die hohlraumgedämmte Vorsatzschale ihre optimale Leistungsfähigkeit.

Problem im Bestand: Schall-Längsleitung

Prüfung einer Hartgipsplatte

Im Knauf-Entwicklungszentrum: Prüfung der Brinell-Härte einer Hartgipsplatte.

Ein guter Schallschutz erfordert neben einer hohen Schalldämmung des trennenden Bauteils auch eine geringe Schall-Längsleitung über die flankierenden Bauteile. Schalltechnisch nicht ausreichend getrennte flankierende Bauteile sind im Bestand oftmals ein Problem – so auch bei einem Ende der 50er-Jahre entstandenen Wohngebäude in der Münchener Stilfser-Joch-Straße. Baulich zeigt das zweigeschossige Reihenmittelhaus mit ausgebautem Dachgeschoss und Keller den Stand der Bautechnik seiner Zeit: Die Haustrennwände wurden als einschaliges Mauerwerk mit 24 cm Dicke errichtet, flankierende Bauteile wie Außen- und Innenwände durchlaufend ohne schalltechnische Trennung ausgeführt. Eine Bekleidung der Haustrennwände mit 20 mm dickem Styropor, das mit einem Putz aufgebracht war, wirkte sich zusätzlich negativ auf die Schalldämmung der Haustrennwände aus. Im Zuge einer Komplettsanierung wollte der Bauherr daher den Schallschutz zum Nachbarn verbessern. Realisiert wurde eine freistehende Vorsatzschale mit der biegeweichen Diamant-Hartgipsplatte Knauf Diamant, um optimale Ausgangswerte für die geforderte Schalldämm-Verbesserung zur erreichen. Im Vergleich zu Standardplatten erzielt der Einsatz dieser Platte Verbesserungen von 6 bis 8 dB. Eine schalltechnisch exakt ausgeführte Trennung ist die Voraussetzung für die Leistungsfähigkeit einer Vorsatzschale. Dementsprechend wurde der vorhandene Bodenbelag auf allen Wohngeschossen parallel zu beiden Haustrennwänden aufgeschnitten und bis zur Rohdecke abgetragen. Auch wurde die Wandbekleidung entfernt, um möglichst wenig Wohnraum zu verlieren. Die Montage der Vorsatzschale mit CW-50-Profilen und einer Hohlraumdämmung aus Mineralwolle ist systemgerecht ausgeführt, wobei beide Lagen der Beplankung aus 12,5 mm dicken Diamant-Platten geschraubt sind. Knapp acht Arbeitstage hat die Montage einschließlich Vorarbeiten und inklusive Verspachtelung der Oberflächen beansprucht – ein relativ geringer Zeitaufwand, damit das Leben „Wand an Wand“ zum dauerhaften Genuss wird.

Quelle: baustofftechnik 5/2008

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