Ein modernes Holzhaus mit mehreren Etagen und Balkonen, umgeben von Fahrrädern und einem klaren Himmel im Hintergrund.
Gewinner in der „Kategorie Klimafreundlicher Neubau“ wurde der Gebäudekomplex LiF („Leben im Fläming“). (Quelle: Andreas Friedel)

Aktuell 2026-04-20T07:00:00Z Bundeswettbewerb Holzbau-Plus 2025/26

Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer hat letzte Woche die Preisträger des Bundeswettbewerbs Holzbau-Plus 2025/26 in vier Kategorien ausgezeichnet. Mit dem Preis würdigt das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat Bauwerke, die die Vorzüge des Holzbaus mit dem Einsatz von Naturbaustoffen, intelligenten Wärmekonzepten und erneuerbaren Energien verbinden.

Aus dem Wettbewerb 2025/26 gingen zehn Preisträgerinnen und Preisträger in vier Kategorien hervor. Prämiert wurden sie am 14. April im Rahmen des Deutschen Holzbaukongresses in Berlin. Das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) stellte für die siebte Ausgabe des Wettbewerbs insgesamt 50.000 Euro an Preisgeldern bereit.

Neubau und Bauen im Bestand

Entscheidende Kriterien für die Bewertung waren neben der gestalterischen Qualität und der Verwendung von Holz als tragendes Konstruktionsprinzip unter anderem konsequent ressourcenschonende, ökologische Ansätze – darunter der Einsatz nachwachsender Rohstoffe sowie sichtbarer, natürlicher und emissionsarmer Materialien für ein gesundes Raumklima.

Ein modernes Wohngebäude mit grünen Balkonen und Bäumen im Vordergrund.
In der Kategorie „Bauen im Bestand“ gewann das Karlsruher Objekt Nordgrün. (Quelle: Kim Fohmann)

Zugänglichkeit für Instandhaltung und Reparierbarkeit sowie Trennbarkeit, Rückführbarkeit und Recyclingfähigkeit der Materialien waren ebenso ausschlaggebend wie angemessener Flächenverbrauch, effizienter Lebenszyklus des Bauwerks und zukunftsweisende Gesamtkonzepte für nachhaltige Wärmeversorgung und Energienutzung.

„Die im Wettbewerb ausgezeichneten Projekte zeigen, wie nachhaltiges Bauen mit Holz heute bereits überzeugend umgesetzt werden kann“, sagt Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU). „Hier setzt auch die Holzbauinitiative der Bundesregierung an: Sie stärkt Innovationen im Holzbau und nimmt insbesondere die Nachverdichtung im städtischen Raum in den Blick.“

Gewinner in der „Kategorie Klimafreundlicher Neubau“ war dieses Jahr der Gebäudekomplex LiF („Leben im Fläming“), der vom Architekturbüro Praeger Richter Architekten im Auftrag des Bauherren „LiF eG“ im brandenburgischen Bad Belzig realisiert wurde.

Das Neubauprojekt (siehe Foto ganz oben) umfasst vier Häuser und drei Gemeinschaftshäuser, die Platz für etwa 100 Menschen in allen Lebensphasen bieten. Die Wohnhäuser bestehen jeweils aus einem zwei- und einem dreigeschossigen Gebäudeteil, die über eine Veranda als Aufenthalts- und Erschließungsbereich verbunden sind. Eine Anerkennung in der Kategorie Klimafreundlicher Neubau ging an das Bürogebäude ZERO in Stuttgart-Möhringen (Bauherr: EEW GmbH, Architekt: Riehle Koeth).

In der Kategorie „Bauen im Bestand“ gewann das Karlsruher Objekt Nordgrün. Dort hat Inhaber Lukas Hechinger die zwei Bestandsgeschosse in Holzbauweise aufstocken lassen. Dabei entstanden drei neue Vollgeschosse und ein Staffelgeschoss mit 21 Wohnungen. Die Planung der Aufstockungen erfolgte durch das Büro Drescher Michalski Architekten.

Eine zusätzliche Anerkennung in der Kategorie Bauen im Bestand ging an die Mehrzweckhalle Ingerkingen (Landkreis Biberach in Baden-Württemberg). Bauherr Markus Lerch arbeitete bei diesem Projekt mit dem Architekten Kilian Juraschitz zusammen. Ein weiterer Sonderpreis ging an das Museum Historische Oberamteistraße in Reutlingen (Bauherr: Stefan Kotz, Architekt: Tobias Wulf).

Ländliche Baukultur

In der Kategorie „Ländliche Baukultur“ ging der Hauptpreis an das Bildungszentrum des LOGL (Landesverband für Obstbau Garten- und Landschaft Baden-Württemberg) in Weil der Stadt. Das Hauptgebäude mit Seminarraum, Büros und Bibliothek erinnert ebenso wie das Nebengebäude mit Lager- und Technikräumen in der Bauweise an regionaltypische Holzscheunen. Das Ensemble steht in einem Naturgarten mit Streuobstwiese. Für die Planung des Baus beauftragte der LOGL als Bauherr das Büro Lohrmannarchitekten BDA.

Zwei moderne Holzhäuser auf einem verschneiten Hügel vor einem Wald im Winter.
Sieger in der Kategorie „Ländliche Baukultur“ wurde das Bildungszentrum des LOGL in Weil der Stadt. (Quelle: Volker Schrank)

Eine Anerkennung in der Kategorie Ländliche Baukultur ging an das am nordwestlichen Bodenseeufer gelegene Pfahlbaumuseum Unteruhldingen (Bauherr: Verein Pfahlbau und Heimatkunde Unteruhldingen, Architekt: a+r Architekten.

Kommunale Gebäude

In der Kategorie „Kommunale Gebäude“ schließlich siegte die Neue Feuerwache Wegberg (NRW). Der langgestreckte Solitärbau in Holzrahmenbauweise erhielt eine Fassade aus feuerbehandeltem, karbonisiertem Holz und eine Zellulosedämmung . Alle Materialien wurden unter Berücksichtigung von Recycling- und Kreislauffähigkeit ausgewählt und können getrennt voneinander rückgebaut werden. Die Mühlenstadt Wegberg als Bauherr beauftragte für das Projekt das Büro Scheidt Kasprusch Architekten.

Ein modernes Feuerwehrgebäude mit einem großen, beleuchteten Schild und mehreren Fahrzeugen in der Garage.
Gewinner in der Kategorie „Kommunale Gebäude“ ist die Neue Feuerwache Wegberg. (Quelle: Constantin Meyer)

Eine Anerkennung in der Kategorie Kommunale Gebäude ging an das Haus für Kinder St. Wolfgang in der niederbayerischen Gemeinde Mamming (Bauherr: Gemeinde Mamming, Architekt: Hrycyk Architekten BDA). Ein weiterer Sonderpreis wurde für das Jahreszeitenhaus im Klimagarten Schwerte ausgelobt (Bauherr: Stadt Schwerte (NRW), Architekten: Arge New Architekten BDA / Dr. Jutta Albus Architektin BDA).

Ausführliche Informationen zu den zehn prämierten Objekten sowie eine Liste aller Wettbewerbsteilnehmer sind in der Broschüre „Holzbau-Plus Bundeswettbewerb 2025/26“ zu finden (Direktlink zum PDF hier ).

Baustoff-Fachwissen verständlich erklärt: Jetzt Newsletter abonnieren!

Der BaustoffWissen-Newsletter bringt Sie thematisch immer auf den neuesten Stand. Sie erhalten die Branchen-News dann zwei Mal monatlich.

zuletzt editiert am 17. April 2026