Der Gesamtverband Deutscher Holzhandel (GD Holz) kritisiert die aktuelle politische Debatte über eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Benzin und Diesel. Statt kurzfristiger Kraftstoffrabatte fordert der Verband eine nachhaltige Entlastung des Mittelstands durch niedrigere Stromkosten.
Von günstigeren Kraftstoffpreisen würden nur viel fahrende Verbraucher profitieren – so der GD Holz. Aus Sicht der Unternehmen sei eine dauerhafte Senkung der Stromsteuer der deutlich wirksamere Beitrag zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts Deutschland, da die Stromsteuer eine echte Kostenentlastung wäre, während eine Mehrwertsteuersenkung für Firmen gar keine Verbesserung der Kosten-Situation sei.
„Die deutsche Wirtschaft leidet vor allem unter dauerhaft zu hohen Energiekosten“, unterstreicht Maximilan Habisreutinger, Vorsitzender des GD Holz. „Wer Unternehmen wirklich entlasten will, muss bei der Stromsteuer handeln und nicht bei kurzfristigen Eingriffen in den Benzinpreis.“
„Völlig falscher Anreiz“
Der GD Holz ist der kooperationsübergreifende Branchenverband des deutschen Holzfachhandels und repräsentiert derzeit etwa 750 Mitgliedsfirmen. Für die Unternehmen des Holzhandels sind Stromkosten ein wesentlicher Wettbewerbsfaktor. Hobelindustrie, Lagerstandorte, Logistikzentren, Holzbearbeitung, Digitalisierung und der Ausbau der Elektromobilität führen dazu, dass Strom für viele Betriebe zu den wichtigsten Kostenpositionen zählt. Gleichzeitig müssen die Unternehmen auch im internationalen Wettbewerb bestehen, und in vielen anderen Ländern sind die Strompreise deutlich niedriger.
Maximilan Habisreutinger: „Es ist unverständlich, warum die Politik über günstigeren Kraftstoff diskutiert, während die Strompreise für den Mittelstand weiter auf einem zu hohen Niveau bleiben. Wer Investitionen, Digitalisierung und Klimaschutz verlangt, muss Strom günstiger machen. Wir fordern deshalb die Bundesregierung auf, die Stromsteuer mindestens auf das europäische Mindestmaß abzusenken und die Entlastung dauerhaft gesetzlich zu verankern.“
Aus Sicht des GD Holz sendet eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Benzin zudem die falschen wirtschaftspolitischen Signale. Die Maßnahme würde nur lange private Fahrten kurzfristig entlasten, löse aber keines der strukturellen Probleme des Wirtschaftsstandortes Deutschland und setze auch umweltpolitisch völlig falsche Anreize.
Dagegen würde eine dauerhafte Senkung der Stromsteuer die Wettbewerbsfähigkeit stärken, Investitionen erleichtern und die Transformation der Unternehmen unterstützen und wäre auch noch sozial ausgewogen, da jeder Haushalt entlastet würde – so die Argumentation des Holzhandelsverbands.
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