Ein Biogas-Speicherkraftwerk mit Solarpanelen auf dem Dach und einem großen Biogastank im Hintergrund.
Biogas-Speicherkraftwerk in Schleswig-Holstein: Der Biogas-Anteil an den erneuerbaren Wärmequellen lag 2024 bei 7,7 % – Tendenz steigend. (Quelle: FNR / Jörg Böthling)

Plus 2025-09-03T07:00:00Z Marktstatistik: Wärme aus Biomasse

Wenn von erneuerbarer Wärme die Rede ist, denken heutzutage die meisten zuerst an die in der Öffentlichkeit so viel diskutierte Wärmepumpe, die mit Umweltwärme aus Luft, Wasser oder dem Erdreich gespeist wird. Was meist untergeht: Die mit Abstand wichtigste erneuerbare Wärmequelle in Deutschland ist Biomasse. 2024 lag ihr Anteil an den Erneuerbaren bei über 80 %. Das zeigen die Zahlen der Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien-Statistik beim Bundesumweltamt.

Erneuerbare Wärme trägt in Deutschland immerhin bereits mit rund 18 % zur Wärmeversorgung bei. Im Jahr 2024 wurde 80,7 % dieser erneuerbaren Wärme aus ⁠Biomasse gewonnen, Umweltwärme kam dagegen nur auf einen Anteil von 14,9 %. Die restlichen 4,4 % entfallen auf die Solarthermie . Alle Angaben basieren auf den Marktzahlen der Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien-Statistik beim Bundesumweltamt für das Jahr 2024.

Wärme aus Biomasse bleibt spitze

Neben der Biomasse bleiben Geothermie/Umweltwärme – einschließlich der mit erneuerbarem Strom betriebenen Wärmepumpen – sowie Solarthermie natürlich wichtige Optionen für die Wärmeerzeugung aus erneuerbaren Quellen. Gleichwohl kommen sie derzeit zusammen nur auf einen Anteil von 19,3 %. Biomasse war auch 2024 mit 80,7 % unangefochtener Spitzenreiter im Bereich der erneuerbaren Wärme.

Ein Diagramm, das die Verteilung der erneuerbaren Wärmequellen in Deutschland für das Jahr 2024 zeigt, mit einem Schwerpunkt auf Bioenergie.
Rund 18 % der in Deutschland verbrauchten Wärme stammten 2024 aus regenerativen Energien. Der Anteil der Bioenergie daran lag bei 80,7 %. (Quelle: FNR)

Wichtigster Bioenergieträger ist Holz. Biogene Festbrennstoffe wie Holzpellets , Scheitholz und Holzhackschnitzeln machen zusammen einen Anteil von rund 60 % an den erneuerbaren Wärmequellen aus. Sie kommen in Öfen und Kesseln privater Haushalte zum Einsatz (33,5 %), aber auch in größeren Gebäuden und Wärmenetzen von Kommunen, Unternehmen, Stadtwerken und Energieversorgern (27,7 %). Neben Holz zählen auch Halmgüter wie Stroh, Gräser und so genannte Paludikultur-Biomasse aus wiedervernässten Mooren zu den biogenen Festbrennstoffen.

Zu den Bioenergieträgern zählen ferner gasförmige Brennstoffe wie Biogas, Biomethan sowie Klär- und Deponiegas. Außerdem gibt es noch flüssige biogene Brennstoffe und biogene Abfallanteile, die sich ebenfalls als Wärmequelle eignen. Der Anteil von Biogas und Biomethan an der Biomasse hat sich übrigens nach den Zahlen der Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien-Statistik seit 2010 mehr als verdoppelt. Der Einsatz von flüssigen Biobrennstoffen, etwa als Bioheizöl, hat dagegen eine vergleichsweise geringe Bedeutung.

Vorteil Speicherfähigkeit

Die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe ( FNR ) rät übrigens bei Heizungssystemen mit Wärmespeicher und in Wärmenetzen zu einer Kombination mehrerer erneuerbarer Wärmeerzeuger wie Solarthermie-, Umweltwärme- und Biomasseanlagen. Die Biomasse könne dabei ihre Stärken als günstiger und saisonal speicherbarer Energieträger ausspielen. Wenn in Dunkelflauten erneuerbarer Sonnen-und Windstrom für Wärmepumpen ausfällt, könnten Biomasse-Heizungen zuverlässig einspringen.

Grafik zur Entwicklung der Wärmebereitstellung aus erneuerbaren Energien in Deutschland von 2008 bis 2024, dargestellt in GWh.
Der Anteil biogener Festbrennstoffe (rot) an der erneuerbaren Wärme ist relativ konstant, Ausschläge sind durch kalte Winter und Krisenzeiten hervorgerufen. (Quelle: FNR)

Natürlich kann man das Heizen mit Biomasse auch kritisch sehen. Es handelt sich zwar einerseits um eine erneuerbare Energiequelle, doch andererseits wird bei der Verbrennung zu Heizzwecken Kohlendioxid emittiert. Insofern ist Wärme aus Biomasse unter Klimaschutzaspekten sicher nicht die allerbeste Option. Immerhin aber haben Bäume und andere Biomassequellen in ihrem vorangegangenen Leben oft viele Jahre lang als effektiver CO2-Speicher fungiert.

Die FNR weist zudem in ihrer Veröffentlichung „ Holzrohstoffbilanzierung – Kreislaufwirtschaft und Kaskadennutzung “ darauf hin, dass in den großen Biomasseanlagen der Energieversorger und Industrieunternehmen bis zu 87 % Altholz und Restholz aus Kaskadennutzung zum Einsatz kommt. Es ist also keinesfalls die Regel, dass für Holz als Wärmequelle extra Bäume gefällt werden. Auch die Kommunen sowie die Bereiche Gewerbe, Handel und Dienstleistungen würden bei den von ihnen betriebenen Holzheizungen/-Heizwerken überwiegend auf Wald- und Industrie-Restholz sowie auf Energieholz aus der Landschaftspflege setzen. Selbst in privaten Haushalten läge der Anteil von Holzsortimenten aus Kaskadennutzung bei rund 50 %.

FNR-Datenbank zu Holzheizungen

Laut FNR – ein Projektträger des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat – sind Feinstaubemissionen aus Holzheizungen in Deutschland zudem seit Jahrzehnten rückläufig. Technischer Fortschritt bei Effizienz und Emissionen der Anlagen, angereizt durch strenge Emissionsregelungen, hätten diese Entwicklung begünstigt. Moderne Holzpellets-Öfen stünden für ein effizientes und emissionsarmes Heizen mit Holz.

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Hinzu kommen Förderprogramme für Holzheizungen. Für Biomasseanlagen in Wohngebäuden gibt es beispielsweise Fördermittel im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude ( BEG-Förderung ). Für eine solche Einzelmaßnahme kann man den KfW-Zuschuss Nr. 458 beantragen.

Neutrale und laufend aktualisierte Informationen zu derzeit über 1.000 Biomasseanlagen für Pellets, Scheitholz und Hackschnitzel von rund 50 Anbietern bietet übrigens die FNR-Datenbank „ Marktübersicht Holzheizungen “. Interessierte können dort Produktdaten von Pelletöfen und verschiedenen Holzheizkesselmodellen nach Hersteller und Leistung recherchieren.

zuletzt editiert am 29. August 2025
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