Der Dämmstoffhersteller Knauf Insulation wird an seinem Standort im österreichischen Ferndorf für 30 Mio. Euro eine Recyclinganlage bauen, die künftig alte Mineralwolle recyceln und wieder in den Produktionskreislauf zurückführen soll. Die Anlage wird darauf ausgelegt, Dämmstoffe aus ganz Österreich aufzubereiten. Die Inbetriebnahme ist für Ende des Jahres geplant.
„Das ist ein wichtiger Schritt hin zur Kreislaufwirtschaft, mit einer Bedeutung für ganz Österreich“, sagt Joachim Wieltschnig, Geschäftsführer der neuen Recyclinganlage, für die bereits eine Baugenehmigung erteilt wurde. „Wir schonen natürliche Ressourcen und unterstützen gleichzeitig die österreichische Bauwirtschaft bei der Umsetzung der kommenden regulatorischen Anforderungen.“ Knauf Insulation mit Hauptsitz im niederbayerischen Simbach am Inn ist der Dämmstoffspezialist der deutschen Knauf-Gruppe (Gipsbaustoffe) und produziert neben Glas- und Steinwolle auch Holzwolle -Dämmprodukte (Marke „Heraklith“).
Österreichweites Sammelsystem
Mit der neuen Recyclinganlage schafft Knauf Insulation in Österreich eine zukunftsweisende Lösung für den Umgang mit Mineralwolle-Abfällen aus Bau, Sanierung und Rückbau – auch vor dem Hintergrund, dass in Österreich ab dem 1. Januar 2027 ein Deponierungsverbot für so genannte künstliche Mineralfasern gilt, also für Glas- und Steinwolle. Damit gewinnt der Aufbau effizienter Rücknahme- und Recyclingstrukturen erheblich an Bedeutung.
Die neue Anlage in Ferndorf soll Mineralwolle aus ganz Österreich aufbereiten. Dafür wird gemeinsam mit dem Umsetzungspartner ABCO Abfallconsulting GmbH ein österreichweites Sammelsystem aufgebaut. Über die Plattform www.mineralwolle-recycling.com bestellen private Bauherren und Bauunternehmen bereits heute die großen Säcke, so genannte Big Bags . ABCO organisiert die Abholung sowie den Transport zum Standort Ferndorf im österreichischen Bundesland Kärnten.
In Ferndorf soll aus dem gesammelten Material mithilfe eines patentierten Schmelzverfahrens ein hochwertiges Granulat entstehen, das dann ohne weitere Aufbereitung zum Beispiel im rund 125 km entfernten Knauf-Insulation-Werk Škofja Loka (Slowenien) als Rohstoffersatz zum Einsatz kommen kann.
Baustoff-Fachwissen verständlich erklärt: Jetzt Newsletter abonnieren!
Der BaustoffWissen-Newsletter bringt Sie thematisch immer auf den neuesten Stand. Sie erhalten die Branchen-News dann zwei Mal monatlich.
