Ein Stapel von Leichtbetonsteinen auf einem Haufen kleiner Steine.
Der KLB-Wabenstein vereint gute statische Werte mit hohem Schall- und Wärmeschutz. (Quelle: KLB Klimaleichtblock)

Plus 2025-01-22T08:00:00Z Neuartiger Leichtbetonstein

Der Leichtbeton-Mauerwerkhersteller KLB hat mit dem „Wabenstein“ einen neuen Hohlblockstein auf den Markt gebracht. Er verbindet eine bionische Kammerstruktur mit einer Dämmstoff-Füllung aus rein mineralischem Schaum. Nach Angaben von KLB ist das „ein echtes Novum im Markt“.

Der haufwerksporige Leichtbetonstein ist in den gängigen Steinbreiten 36,5 cm und 42,5 cm erhältlich. Laut KLB ist die Neuheit ein Beweis dafür, dass sich hohe Dämmwerte und eine hohe Tragfähigkeit bei Mauerwerksteinen nicht gegenseitig ausschließen müssen. Nach Herstellerangaben bietet der „KLB-Wabenstein“ nämlich nicht nur hohen Schall- und Wärmeschutz, sondern auch gute statische Werte. Verantwortlich dafür sei die Kombination aus mineralischer Dämmschaumfüllung und der speziellen, an Vorbildern aus der Natur angelehnten Hohlkammer-Geometrie.

Bionische Kammerstruktur

Der Wabenstein verfügt über eine bionische Kammerstruktur, die ihm besondere Festigkeit verleiht. Vorbild war hier die Natur – genauer gesagt: die natürliche Form der Bienenwabe. Diese Struktur verbessert nach KLB-Angaben die Festigkeit und Steifigkeit des Steins.

Eine Nahaufnahme von Mineralschaumsteinen in einer weißen Box, gehalten von einer Hand.
Die Steinfüllung besteht aus ausgehärtetem Mineralschaum. Quelle: KLB Klimaleichtblock (Quelle: KLB Klimaleichtblock)

Durch diese spezielle Geometrie ergibt sich eine reduzierte Eigenschwingung und somit ein höherer Schallschutz der Außenwände, die mit dem Wabenstein gemauert werden. Nach KLB-Angaben ist mit den Steinen ein bauteilbezogenes Schalldämm-Maß von mindestens 48 Dezibel möglich. Das gilt für Wabensteine der Festigkeitsklasse 2. Bei den alternativ erhältlichen Produkten der Festigkeitsklasse 4 sei sogar ein Schalldämm-Maß über 50 dB möglich. Der angegebene dB-Wert gibt Auskunft darüber, wieviel Schall von der Wand „geschluckt“ wird.

Der neue Leichtbetonstein ist das Ergebnis eines Projektes, das mit Forschungsmitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie sowie der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz gefördert wurde. Das aus Waschbims gefertigte Produkt eignet sich vor allem für die Errichtung wärmedämmender diffusionsoffener Außenwände, die keine außenliegende Zusatzdämmung ( WDVS ) benötigen.

Mineralschaum-Füllung

Während die massiven Bimsstege des Steins die statischen Anforderungen erfüllen, ist der Dämmschaum in den Lochkammern für den Wärmeschutz zuständig. Dank ihm erreicht der Wabenstein – je nach Festigkeitsklasse – eine geringe Wärmeleitfähigkeit von bis zu 0,08 W/mK. Damit lassen sich nach KLB-Angaben alle aktuellen Standards für den Bau staatlich geförderter Effizienzhäuser erfüllen.

Ein blauer Industrieroboter, der Leichtbetonsteine auf einer Produktionslinie bearbeitet.
Für die Verfüllung wurde eigens eine vollautomatische Anlage konzipiert. (Quelle: KLB Klimaleichtblock)

Beim eingesetzten Mineralschaum auf Mörtelbasis setzt KLB übrigens auf ein Material aus dem Hause des Schweizer Bauchemiekonzerns Sika. In dessen Herstellung fließen rezyklierte mineralische Sekundärrohstoffe ein, was die Dämmlösung ressourcenschonend und nachhaltig macht. Durch das Aufschäumen entsteht ein Dämmstoff, der zu 95 % aus Lufteinschlüssen besteht. Das macht den Wabenstein nach KLB-Angaben nicht nur hochwärmedämmend, sondern wirkt sich – neben der speziellen Geometrie – zusätzlich positiv auf den Schallschutz aus.

Mineralische Dämmstofffüllungen in Leichtbetonsteinen sind an sich nichts Neues. Auch KLB hat sie schon lange im Programm. Allerdings setzte der Hersteller bisher ausschließlich auf Dämmstoff-Stecklinge aus Steinwolle . Auch Hartschaumdämmungen in Leichtbetonsteinen gibt es schon länger – beispielsweise auf Basis von Polyurethan oder auch unter Verwendung von Bakelit-Kunstharz ( Resol-Hartschaum ). Mehr Infos zu diesem Thema bietet der BaustoffWissen-Artikel „ Dämmstofffüllungen bei Mauerwerksteinen “.

Neben den angesprochenen Steinfüllungen auf Basis von Kunststoff-Hartschaum sind aber auch Mineralschaum-Füllungen in haufwerksporigen Leichtbetonsteinen keine Erfindung von KLB. Der Anbieter Bisotherm, Hersteller von Mauersteinen aus Naturbims, hat beispielsweise schon seit Längerem auch Leichtbetonsteine mit mineralischem Wärmedämmschaum im Programm. Wir sehen: Das Neue am KLB-Wabenstein ist eben nicht die Dämmfüllung an sich, sondern deren Verwendung für einen Stein mit bionischer Kammerstruktur.

Energiearme Herstellung

Die Verfüllung der neuen KLB-Steine mit dem Mineraldämmstoff auf Mörtelbasis erfolgt übrigens in einer eigens dafür konzipierten Anlage, die von den Trasswerken Meurin aus Kretz (Rheinland-Pfalz) betrieben wird. Das Unternehmen wird zum 1. Januar 2025 als neuer Mitgesellschafter der KLB Klimaleichtblock GmbH beitreten.

In der energieeffizienten und wartungsarmen Anlage wird der Dämmstoff zunächst flüssig zu etwa einem Viertel in die Kammern der 249 mm hohen KLB-Steine eingebracht, dehnt sich anschließend aus und härtet innerhalb von 30 Minuten ab – ohne weitere Energiezufuhr. Überschüssiger Schaum lässt sich abtragen und fließt wieder in die Produktion zurück.

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Aufgrund seiner rein mineralischen Beschaffenheit ist der Wabenstein nicht brennbar. KLB hat sogar bereits die Brandwand -Eignung beantragt. Er lässt sich zudem vollständig recyceln und dem Produktionskreislauf wieder zuführen. Als weiteren Pluspunkt für die Ökobilanz nennt KLB die vergleichsweise energiearme Herstellung.

zuletzt editiert am 22. Januar 2025