Eine aktuelle Studie verdeutlicht die mangelnde Anpassung von Gebäuden in Deutschland an die fortschreitenden Folgen des Klimawandels. Weder bei Neubauten noch bei Sanierungen wird ausreichend Rücksicht darauf genommen, was dazu führen kann, dass Gebäude im Sommer vermehrt von Überhitzung betroffen sind. In einer Studie, die im Auftrag der Repräsentanz Transparente Gebäudehülle durchgeführt wurde, werden effektive Gegenmaßnahmen vorgeschlagen.
Der Klimawandel ist bereits spürbar, mit einer Zunahme heißer Tage, die voraussichtlich weiter ansteigen wird. Diese Entwicklung ist jedoch nicht im Einklang mit unserem aktuellen Gebäudebestand, was zu zunehmender Überhitzung führt, so der Bauphysiker Dr. Stephan Schlitzberger. Eine Lösung durch Klimaanlagen wäre zwar möglich, würde jedoch den Energieverbrauch massiv erhöhen. Stattdessen empfiehlt Schlitzberger den Einsatz von Sonnenschutzsystemen, wie sie in seiner Studie zur integralen Bewertung des sommerlichen Wärmeverhaltens vorgestellt werden.
Die geltenden Normen zum Hitzeschutz in Deutschland sind veraltet und bieten keinen angemessenen Schutz vor den aktuellen und zukünftigen Sommertemperaturen. Es fehlen gesetzliche Anforderungen an den sommerlichen Wärmeschutz bei Sanierungen, was dringend geändert werden muss. Außenliegender Sonnenschutz, wie Rollläden oder Außenjalousien, ist besonders wirksam, um Überhitzung zu verhindern. Diese sollten idealerweise automatisch aktiviert werden und zusammen mit einer konsequenten nächtlichen Lüftung eingesetzt werden, um die Innentemperaturen zu regulieren.
Die Studie warnt vor dem vermehrten Einsatz von Klimaanlagen, da dies zu einem erheblichen Anstieg des Energieverbrauchs führen würde. Stattdessen sollten Sonnenschutzsysteme priorisiert werden, bevor eine Klimaanlage in Betracht gezogen wird. Es bedarf politischer Maßnahmen, um die Normen und Gesetze an den Klimawandel anzupassen und die Nutzung von Sonnenschutzsystemen zu fördern, um die Überhitzung von Gebäuden zu verhindern und den Energieverbrauch zu reduzieren.
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