Der Verband Fenster + Fassade (VFF) veranstaltet am kommenden Donnerstag ein Update-Webinar zu den am 21. Juli kurzfristig in Kraft getretenen neuen Förderrichtlinien der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Der Verband äußert im Übrigen scharfe Kritik an der neuen Förderlandschaft.
Das Update-Webinar findet am Donnerstag dieser Woche (30. Juli) von 10 bis 11 Uhr statt. Eine Anmeldung ist erforderlich und über die VFF-Website möglich (Direktlink hier ). Das Webinar ist für VFF-Mitglieder kostenfrei, für Nichtmitglieder dagegen kostet es 100 Euro (zzgl. MwSt.). Inhaltlich geht es um die neuen Richtlinien der BEG-Förderung , mit Schwerpunkt auf der Förderung für energetische Sanierungen von Fenstern und Türen. Der Verband Fenster + Fassade mit Sitz in Frankfurt am Main ist die Interessenvertretung der deutschen Fenster-, Fassaden- und Haustürenbranche und hat derzeit rund 450 Mitgliedsunternehmen.
Komplexe Inhalte
Der VFF veranstaltet das Webinar in Zusammenarbeit mit den Experten der febis Service GmbH – Betreiberfirma der Fördermitteldatenbank foerderdata .
Erläutert werden die neue BEG-Einzelmaßnahmenförderung, die Effizienzhaus- und Effizienzgebäudeförderung sowie die geänderten Regeln für Worst Performing Buildings (WPB) und individuelle Sanierungsfahrpläne (iSFP). Ein weiteres Thema ist die Abgrenzung der BEG-Förderung von der steuerlichen Förderung. Ergänzend geht es zudem auch um Fördermöglichkeiten auf Landes- und kommunaler Ebene.
Klingt kompliziert? Das ist es wohl leider auch. „Mit dem Update-Webinar beabsichtigen wir, in einer unnötig komplex gewordenen Förderlandschaft so viel Klarheit wie möglich zu schaffen und die Betriebe bei Beratung und Antragstellung zu unterstützen“, sagt VFF-Geschäftsführer Frank Lange und fügt hinzu: „Politisch werden wir uns weiter für eine verlässliche, einfache und technologieoffene Förderung der energetischen Gebäudehülle einsetzen“.
Scharfe Kritik
Aus Sicht des VFF bringen die neuen Förderrichtlinien deutliche Verschlechterungen für die energetische Sanierung von Fenstern und Türen und schwächen somit Investitionsanreize in diesem Bereich. Zugleich sei das Förderverfahren komplizierter geworden. Geringere Anreize und höherer Beratungsaufwand könnten nun dazu führen, dass Sanierungsentscheidungen verschoben oder ganz aufgegeben werden – befürchtet der Verband.

Frank Lange: „Die energetische Sanierung braucht Verlässlichkeit, einfache Regeln und ausreichend starke Anreize. Stattdessen werden Verbände und Fachpraxis vor vollendete Tatsachen gestellt und müssen ein Regelwerk umsetzen, das weniger attraktiv und zugleich schwerer zu erklären ist“.
Der VFF kritisiert auch das Verfahren des federführenden Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE). Es habe zwar drei Verbändeanhörungen gegeben, doch die zu diesem Zeitpunkt bereits weitgehend festgelegte Richtlinie sei anschließend nicht mehr substanziell geändert worden. Praxisnahe Korrekturvorschläge des VFF seien unberücksichtigt geblieben.
In der Sache kritisiert der VFF vor allem die erstmals vorgenommene Differenzierung verschiedener energetischer Maßnahmen innerhalb derselben Gebäudehülle. So wird der ab dem ersten Quartal 2027 vorgesehene Bonus für Worst Performing Buildings (WPB) von fünf Prozentpunkten ausschließlich für Dämmmaßnahmen gewährt. Fenster, Außentüren und Dachflächenfenster bleiben auch dann ausgeschlossen, wenn sie gemeinsam mit einer Fassaden- oder Dachdämmung als zusammenhängendes Sanierungspaket umgesetzt werden.
Die Folgen sind aus VFF-Sicht erheblich: Bei Kombinationen aus Fassadendämmung und Fenstertausch oder aus Dachdämmung und Dachflächenfenstern müssen künftig unterschiedliche Förderanteile gebildet und gemeinsame Kosten getrennt zugeordnet werden. Gerade bei Leibungsarbeiten, Fensterbänken, Abdichtungen, Wärmebrückenanschlüssen und weiteren Umfeldmaßnahmen sei eine trennscharfe Aufteilung aber häufig weder technisch sinnvoll noch wirtschaftlich belastbar.
„Die neue Richtlinie produziert keine Vereinfachung, sondern neue Abgrenzungs- und Nachweisfragen“, resümiert Frank Lange. „Gerade bei ganzheitlichen Sanierungspaketen zwingt sie Planer, Betriebe und Energieeffizienz-Experten zu künstlichen Kostenteilungen, die mit dem tatsächlichen Bauablauf wenig zu tun haben.“
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