Ein Stapel von Ordnern und Dokumenten zur EU-Bauproduktenverordnung vor einem Fensterrahmen und einer EU-Flagge.
Der aktuelle EU-Normungsauftrag steht laut VFF für noch mehr Bürokratie. (Quelle: VFF)

Aktuell 2026-06-08T07:00:00Z VFF warnt vor Bürokratie und Mehrkosten

Der Verband Fenster + Fassade sieht den aktuellen Entwurf des EU-Normungsauftrags für Fenster und Türen unter der neuen EU-Bauproduktenverordnung äußerst kritisch. Aus Sicht des VFF drohen erhebliche zusätzliche Prüf-, Dokumentations- und Zertifizierungspflichten, steigende Kosten sowie eine deutliche Verunsicherung des Marktes.

Worum geht es? Die Europäische Kommission bereitet derzeit einen „Standardisation Request“ (Normungsauftrag) für Fenster und Türen unter der neuen EU-Bauproduktenverordnung (EU) 2024/3110 vor. Dieser soll festlegen, welche Eigenschaften und Nachweise Hersteller künftig für ihre Produkte erbringen und dokumentieren müssen. Über den Entwurf soll noch vor der Sommerpause im zuständigen Ausschuss für Normung („Committee on Standards“) abgestimmt werden.

„Entwurf nicht zustimmungsfähig“

Der Verband Fenster + Fassade (VFF) hält den Entwurf in seiner vorliegenden Form für nicht zustimmungsfähig und setzt sich deshalb auf nationaler und europäischer Ebene dafür ein, dass er nicht beschlossen, sondern grundlegend überarbeitet wird.

Seine Ablehnung begründet der Verband wie folgt. Fenster und Türen seien in der Regel keine einfachen Standardprodukte, sondern individuell konfigurierte Bauprodukte mit einer sehr hohen Variantenvielfalt. Aus der Kombination unterschiedlicher Profile , Gläser, Beschläge , Dichtungen und Ausstattungen entstünden unzählige Produkttypen. Würden für all diese Varianten künftig zusätzliche Merkmale, Nachweise, Prüfungen, Emissionsangaben und digitale Produktinformationen verlangt, entstünde für Hersteller ein erheblicher bürokratischer und finanzieller Mehraufwand.

Der VFF sieht darin ein deutliches Risiko für die deutsche Fenster- und Fassadenbranche. Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen könnten durch die vorgesehenen Anforderungen stark belastet werden. Zudem würden höhere Kosten entlang der gesamten Wertschöpfungskette drohen, die am Ende auch Bauherren, Investoren und Verbraucher träfen. In einer Phase, in der politisch über Bürokratieabbau, Wirtschaftswachstum, Baukostensenkung und Konjunkturimpulse gesprochen wird, sei ein solcher zusätzlicher Regulierungsschub klar kontraproduktiv – so der VFF.

Der VFF fordert, dass der vorliegende Entwurf des EU-Normungsauftrags für Fenster und Türen nicht beschlossen wird. Stattdessen brauche es eine überarbeitete Fassung, die den politischen Zielen von Bürokratieabbau, Mittelstandsentlastung, Baukostensenkung und Wettbewerbsfähigkeit gerecht wird. Weitere Einzelheiten seiner Position und konkrete Lösungsvorschläge hat der Verband in einem Positionspapier zusammengefasst, das hier zum Download bereitsteht.

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zuletzt editiert am 03. Juni 2026
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