Zwei Wärmepumpen stehen vor einem modernen Gebäude auf einer gepflegten Rasenfläche.
Laut Bundesverband Wärmepumpe bevorzugen Hauseigentümer inzwischen eindeutig die Wärmepumpe. (Quelle: BWP / NOVELAN)

Aktuell 2025-08-11T09:20:00Z Wärmepumpe belegt erstmals Top-Position

Laut Statistik des Bundesverbands der Deutschen Heizungsindustrie und des Bundesverbands Wärmepumpe lag der Absatz von Wärmepumpen zwischen Januar und Juni 2025 bei rund 139.000 Geräten. Damit rangiert erstmals ein erneuerbares Heizsystem auf dem ersten Platz des deutschen Heizungsmarktes.

„Hauseigentümer bevorzugen inzwischen eindeutig die Wärmepumpe“, sagt Dr. Martin Sabel, Geschäftsführer des Bundesverbands Wärmepumpe (BWP). „Eine Mehrheit hat längst verstanden, dass das Heizen mit fossilen Energien keine Zukunft hat.“ Ob die Wärmepumpe die Spitzenreiter- Position halten kann, hängt nach Einschätzung des Verbands signifikant von der neuen Bundesregierung ab. Entscheidende Bedeutung komme der Rolle der Heizungsförderung zu.

Plus von 55 %

Zwar lägen die offiziellen Zahlen für Öl- und Gasheizungen anders als die Absatzzahlen der Wärmepumpe noch nicht vor. Doch ließen Aussagen von Herstellern bereits darauf schließen, dass sich der Trend weg von fossilen Heizungen und hin zur Wärmepumpe verfestigt. Der Zuwachs der Wärmepumpen beträgt 55 % gegenüber dem ersten Halbjahr 2024 und geht zurück auf ein gutes erstes Quartal (+35 %), vor allem aber auf eine starke Entwicklung seit April (+75 % im zweiten Quartal).

Ein Balkendiagramm zeigt den Absatz von Heizungs-Wärmepumpen von Januar bis Juni 2025.
Der Wärmepumpen-Zuwachs beträgt 55 % gegenüber dem ersten Halbjahr 2024. (Quelle: BWP)

„Branche und Verbraucher benötigen jetzt die Sicherheit, dass ausreichend Mittel im Klima- und Transformationsfonds zur Verfügung gestellt werden, damit die Heizungsförderung auf dem aktuellen Niveau fortgeführt werden kann“, betont Dr. Sabel. Planungssicherheit sei für potenzielle Investoren essenziell. Man könne nicht erwarten, dass Kommunen öffentliche Einrichtungen sukzessive auf erneuerbares Heizen umstellen, Wohnungsunternehmen ganze Quartiere modernisieren und Stadtwerke Contracting-Programme für Wärmepumpen ausrollen, bevor die Zukunft der Förderprogramme und des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) geklärt sei.

„Der Markt braucht jetzt vor allem verlässliche Rahmenbedingungen, um weiter zu wachsen“, warnt der BWP-Geschäftsführer vor verunsichernden Eingriffen der Politik. „Der Wunsch nach mehr Dynamik im Heizungskeller darf nicht zu Versuchen führen, die Nachfrage nach Öl und Gas gegen den Trend wiederzubeleben.“ Impulse für weiter ansteigende Verkaufszahlen könnten über Entlastungen des Strompreises gesetzt werden, etwa über eine Reduktion der Stromsteuer für alle Verbraucher und eine nachhaltige Senkung der Netzentgelte.

Megatrend mit Beschäftigungseffekt

„Die Hersteller von Wärmepumpen in Deutschland zählen auf dem europäischen Markt zu den Technologieführern und spielen im globalen Wettbewerb eine starke Rolle“, bekräftigt Sabel. „In deutsche Standorte ist viel Geld investiert worden, sei es in Allendorf, Güglingen, Holzminden, Mainburg, Kulmbach oder Remscheid. Unsere Unternehmen erwarten deshalb ein Bekenntnis der schwarz-roten Koalition zur Technologie Wärmepumpe.

„Deutschland darf nicht noch einmal einen offensichtlichen Megatrend verpassen, weil wir zu lange an überholten Technologien festhalten und Chancen nicht konsequent nutzen, wie in der PV-Industrie geschehen“, mahnt der BWP-Geschäftsführer. „Die Wärmepumpe ist zum wichtigsten Produkt einer Mittelstandsbranche mit 70.000 Arbeitsplätzen allein in der Industrie geworden. Hinzu kommen hunderttausende Beschäftigte beim Fachhandwerk, in Planungsbüros, bei Energieversorgern und Wohnungsunternehmen.“, so Sabel.

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zuletzt editiert am 11. August 2025