Wärmepumpenanlage in einem Stuttgarter Mehrfamilienhaus. (Quelle: BWP)

Plus 2024-03-28T08:00:00Z Wärmepumpen langfristig kostengünstiger

Wärmepumpen sind langfristig nicht nur klimaschonender, sondern auch kostengünstiger als das Heizen mit Gas. Das ergaben aktuelle Berechnungen von Forschenden des Fraunhofer ISE.

Die Entscheidung für den Austausch oder Ersatz eines Heizsystems ist eine Entscheidung, die für mehr als ein Jahrzehnt getroffen wird. Oftmals berücksichtigen Verbraucherinnen und Verbraucher dabei aber vor allem die einmal anfallende Einbau-Investition. Da die Kosten eines Heizsystems über seinen gesamten Lebenszyklus deutlich schwerer zu ermitteln sind, werden sie häufig zu wenig in die finanzielle Überlegung mit einbezogen.

Positive Kostenbilanz auch in Altbauten

Um ein klareres Bild über die tatsächlichen Gesamtkosten zu ermöglichen, haben Forschende des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (Fraunhofer ISE) in einer Analyse berechnet, wie hoch die Kosten für verschiedene Heiztechniken in bestehenden Wohngebäuden über einen Zeitraum von 20 Jahren angesichts zukünftiger Energieträgerpreise sowie der erwartbaren CO2-Preisentwicklung sind.

Die Analyse bietet Informationen sowohl über die anfallenden Kosten für den Austausch von Heizungssystemen als auch über die Emissionen der verschiedenen Technologien. Dabei legt das Fraunhofer ISE den Fokus auf Bestandswohngebäude und berücksichtigt zudem die am 1. Januar 2024 in Kraft getretenen Förderung im Gebäudeenergiegesetz ( GEG ) und die Förderrichtlinie „Bundesförderung für effiziente Gebäude-Einzelmaßnahmen“.

In der Untersuchung schneiden Wärmepumpen in Einfamilienhäusern nicht nur als umweltfreundlichster, sondern auch als wirtschaftlichster Energieträger ab. Die Gesamtkosten können durch Photovoltaik für den Eigenverbrauch noch gesenkt werden.

In Mehrfamilienhäusern ist die Umstellung auf Wärmepumpen oder Fernwärme ebenfalls kostengünstiger als eine erneuerte Gasheizung. Die langfristig positive Kostenbilanz von Wärmepumpen (und von Fernwärme!) im Vergleich zu gasbetriebenen Heizungen gilt nach den Ergebnissen des Fraunhofer ISE selbst für völlig unsanierte Altbauten.

Energieträger- und CO2-Preise beachten

„Viele Menschen schauen bei der Investition in ein neues Heizsystem vor allem auf die Investitionskosten“, erläutert Robert Meyer vom Fraunhofer ISE, der zum fünfköpfigen Autorenteam der Analyse gehört. „Stattdessen sollten aber sämtliche zu erwartenden Kosten – insbesondere der Energieträgerpreis inklusive CO2-Preisanteil – über den Lebenszyklus berücksichtigt werden.“ Angesichts der absehbaren Steigung der CO2-Preise in den nächsten 20 Jahren wird die Wahl eines nicht fossilen Energieträgers künftig immer wichtiger, um die eigenen Heizkosten zu senken.

Die 44-seitige Analyse kann man im Internet kostenlos downloaden. (Quelle: Kopernikus-Projekt Ariadne)

Angesichts der hohen Entscheidungskomplexität bei der Umrüstung eines Heizsystems empfehlen die Fraunhofer-Fachleute, Verbraucherinnen und Verbrauchern nachvollziehbare Informationen zu erwartbaren Emissionen sowie Energiepreisen einschließlich CO2-Preisen an die Hand zu geben. Dies könne zum Beispiel im Rahmen der Energieberatung geschehen.

Die Ergebnisse ihrer Berechnungen haben die Forschenden in der Ariadne-Analyse „Heizkosten und Treibhausgasemissionen in Bestandswohngebäuden – Aktualisierung auf Basis der GEG-Novelle 2024“ veröffentlicht. Die 44-seitige Veröffentlichung steht hier zum kostenlosen Download bereit.

Die Publikation ist eine von vielen Energiewende-Veröffentlichungen, die im Rahmen des Kopernikus-Projekts Ariadne erschienen sind, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird. Dabei handelt es sich um ein Konsortium aus insgesamt 27 wissenschaftlichen Partnern. Mehr Infos zum Energiewende-Projekt Ariadne bietet die Website www.kopernikus-projekte.de .

zuletzt editiert am 28. März 2024
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