Begrünte Städte müssen eine Selbstverständlichkeit werden. Diese Forderung zog sich wie ein roter Faden durch den Weltkongress Gebäudegrün, den der BuGG vom 9. bis 11. Juni in Berlin veranstaltete. Die über 700 Teilnehmenden aus 32 Ländern waren sich einig: Pflanzen auf Dächern, an Fassaden und in Innenräumen zählen zu den effektivsten Klimaanpassungsmaßnahmen und müssen noch viel stärker in den Fokus von Planung, Kommunen und Politik rücken.
„Der Weltkongress Gebäudegrün hat gezeigt, wie wichtig das Grün an und in Gebäuden ist und was alles möglich ist“, resümierte Dr. Gunter Mann, Präsident des Bundesverband Gebäude-Grün. „Der Kongress hat dem Ganzen einen ordentlichen Schub verliehen. Diesen müssen wir nun nutzen!“ Der BuGG-Präsident und Paulo Palha, Präsident des Europäischen Fachverbands Bauwerksbegrünung (EFB), riefen zu Beginn des Kongresses zum intensiven Austausch auf. „Für die Zukunft werden Austausch und intensive Zusammenarbeit entscheidend sein, um die Städte schnellstmöglich widerstandsfähiger zu machen“, so Palha.
90 Referierende aus 24 Ländern
Der dreitägige Kongress bot zahlreiche Vorträge. 90 Referierende aus 24 Ländern gaben einen umfassenden Einblick in Forschung und praktische Umsetzung der Gebäudebegrünung . Unter anderem zeigte der französische Botaniker Dr. Patrick Blanc auf, wie wichtig die richtige Pflanzenauswahl bei der Begrünung von Bauwerken ist.

Der international bekannte Architekt Prof. Werner Sobek forderte in seinem Impulsvortrag mehr Antizipation von Zukunft. „Die Beschäftigung mit Zukunftsfragen weltweit ist das Wichtigste für die Architektur. Wir brauchen mehr Bäume, und eine Begrünung von Gebäuden ist unglaublich wichtig. Wir müssen so viel begrünen, wie wir können!“ Für eine klimaangepasste Transformation der Städte seien zudem präzise Information und Wissenstransfer die Grundlagen. Sobek rät: „Wir sollten die Denkweisen der anderen kennenlernen und mehr miteinander sprechen.“
Thomas Banzhaf, Präsident des Bundesverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL), sieht die Politik als Weichensteller in der Pflicht: „Unser Land braucht viel mehr Tempo bei der Begrünung der Städte!“ Ute Bonde, Berliner Senatorin für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt und Schirmherrin des Kongresses, widersprach dem nicht: „Gebäudebegrünung ist kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit! Wir brauchen noch mehr Mut und dürfen uns keinen Stillstand erlauben.“
Auch Bettina Hagedorn, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, das ebenfalls die Schirmherrschaft des Kongresses übernahm, sieht die große Bedeutung der Begrünung von Dächern, Fassaden und Innenräumen: „Gebäudegrün ist beliebt und längst kein Nischenthema mehr. Es gehört zur modernen Daseinsvorsorge.“
Ausstellung und Exkursionen
Begleitet wurde der Kongress von einer Fachausstellung, bei der 53 Unternehmen, Verbände und Organisationen einen Überblick über die verschiedene Produkt- und Systemlösungen sowie Dienstleistungen der Branche vermittelten. Ergänzend dazu gab es eine Poster-Ausstellung mit 63 Beiträgen aus 7 Ländern.
Am dritten Kongresstag fanden Exkursionen mit fachkundiger Begleitung zu besonderen Begrünungsobjekten in Berlin statt. Neben dem Wissenstransfer und dem Aufzeigen von Best Practice-Beispielen, stand dabei die Vernetzung zwischen den Teilnehmenden aus Planung, Politik, Städten, Siedlungswasserwirtschaft, Industrie, Immobilienbranche und Verbänden im Vordergrund. Die rund 260 Teilnehmenden der vier Exkursionen zeigten sich beeindruckt von der Fülle und Vielfalt der Dach-, Fassaden- und Innenraumbegrünungen in Berlin. Darunter waren auch Projekte, die nicht frei zugänglich sind.
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