Ein unvollendetes Haus mit rotem Dach in einer ländlichen Umgebung.
Die Zahl der Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser stieg im Januar im Vergleich zum Vorjahresmonat um 12,6 % (+400) auf 3.800. (Quelle: Pixabay)

2026-03-23T08:00:00Z Wohnungsgenehmigungen steigen

Wie das Statistische Bundesamt letzte Woche mitteilte, wurden in Deutschland im Januar 8,4 % mehr Wohnungen genehmigt als im Vergleichsmonat 2025. Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe sieht darin ein positives Signal, verweist aber auch darauf, dass die Genehmigungszahlen weiterhin viel kleiner als der Bedarf seien.

Insgesamt wurde im Januar 2026 der Bau von 19.500 neuen Wohnungen genehmigt – 1.500 mehr als im Januar 2025 (+ 8,4 %). 16.400 der geplanten neuen Wohnungen werden in Neubauten entstehen, weitere 3.100 sollen durch Umbau bestehender Gebäude hinzukommen. Die meisten der neu genehmigten Wohnungen werden in Mehrfamilienhäusern entstehen (10.500), gefolgt von Einfamilienhäusern (3.800).

Gut – aber nicht gut genug?

Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) bewertet das statistische Plus bei den Baugenehmigungen allerdings eher verhalten. ZDB-Hauptgeschäftsführer Felix Pakleppa: „Der Markt sendet weiter positive Signale, das ist zunächst gut. Aber wir kommen auch von einem extrem niedrigen Niveau. Insgesamt hatten wir 2024 den tiefsten Wert innerhalb der letzten zehn Jahre. Das darf nicht der Maßstab sein. Der Mangel ist nicht kleiner geworden.“

Grafik zeigt die monatlich genehmigten Wohnungen in Deutschland von 2010 bis 2026, inklusive Originalwerte, Trendwerte und kalender- und saisonbereinigte Werte.
Anzahl der Wohnungsgenehmigungen in Deutschland von 2010 bis 2026. (Quelle: Destatis)

Der ZDB verweist darauf, dass die aktuellen Genehmigungszahlen bei weitem nicht den eigentlichen Bedarf am Wohnungsmarkt decken. Eigentlich müssten es mindestens rund 10.000 Genehmigungen pro Monat mehr sein. Zudem bedeutet genehmigt ja noch nicht gebaut. „Im Einfamilienhausbereich vergehen zwischen Genehmigung und Schlüsselübergabe rund 18 Monate“, erläutert Pakleppa. „Was jetzt nicht genehmigt wird, landet in dieser Legislaturperiode nicht mehr auf der Baustelle. Uns läuft die Zeit davon.“

Von der Politik fordert der Verband weiterhin bessere Rahmenbedingungen für den Wohnneubau. „Zwei Drittel aller Wohnungsbauaufträge kommen von privaten Bauherren“, sagt der ZDB-Hauptgeschäftsführer. „Wenn diese Gruppe wieder mehr Vertrauen fassen und bauen soll, kommt die Politik an den Zinsen nicht vorbei. Das EH-55 -Programm ist ein gutes Instrument, aber der Zinssatz zu instabil und aktuell unattraktiv. Bauwillige trauen sich erst dann wieder zu bauen, wenn sie von einem sicheren Zinssatz ausgehen können. Wenn die Politik hier nachjustiert, bekommt sie mit überschaubarem Einsatz viel Bewegung in den Markt.“

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zuletzt editiert am 23. März 2026