Porträt Dirk Wohltorf
Dirk Wohltorf ist Präsident des Immobilienverband Deutschland IVD Bundesverband. (Quelle: IVD)

Aktuell 2025-03-03T08:00:00Z „Wohnwende muss Chefsache sein“

Deutschland hat gewählt. Aber es werden sicher noch einige Wochen vergehen, bis eine neue Bundesregierung ihre Arbeit aufnehmen kann. Der Immobilienverband Deutschland (IVD) hat gleichwohl schon mal eine „Wohnwende“ angemahnt und einen Wohn-Gipfel im Kanzleramt noch im ersten Halbjahr 2025 gefordert. Die Wohnwende müsse künftig direkt vom Kanzler koordiniert werden.

Der Wohnungsbau in Deutschland steckt in einer tiefen Krise. Seit drei Jahren nimmt die Zahl der Baugenehmigungen ab. 2024 sank sie auf nur noch 215.900 – ein Minus von 16,8 %. Besonders betroffen ist der Bau von Ein- und Zweifamilienhäusern.

„Der aller Wahrscheinlichkeit nach künftige Kanzler Friedrich Merz und die CDU/CSU müssen die Wohnwende zur Chefsache machen“, forderte daher Ende letzter Woche Dirk Wohltorf, Präsident des Immobilienverband Deutschland IVD Bundesverband . Der IVD ist die Interessensvertretung der immobilienwirtschaftlichen Beratungs- und Dienstleistungsberufe (Immobilienberater, Makler, Verwalter, Sachverständige) und vereint rund 6.200 Mitgliedsunternehmen.

Wohn-Gipfel im Kanzleramt?

Damit der Wohnungsbau wieder in Gang kommt, fordert der IVD noch im ersten Halbjahr 2025 einen Wohn-Gipfel im Kanzleramt. Dort müssten auch Projektentwickler, Bau- und Wohnungsunternehmen, Makler, Verwalter, Sachverständige und Baufinanzierer vertreten sein. Dirk Wohltorf: „Sie sind die Experten, die wissen, welche Maßnahmen wirklich helfen, um den Wohnungsbau anzukurbeln“.

Die Wohnwende sei nicht die Aufgabe eines einzelnen Ministeriums, sondern müsse vom Kanzler koordiniert werden – heißt es in einer IVD-Pressemitteilung von letztem Freitag. Das Bauministerium, das Finanz-, Justiz- und Wirtschaftsministerium müssten an einem Strang ziehen.

Konkret fordert der IVD eine Reform des Bauplanungsrechts, um die Ausweisung neuer Baugebiete, die Umnutzung sowie die Aufstockung bestehender Immobilien zu erleichtern, und eine Abschaffung der Grunderwerbsteuer für selbstgenutztes Wohneigentum. Außerdem wünscht der Verband die Wiedereinführung der EH55 -Förderfähigkeit, um den Neubau wieder wirtschaftlich attraktiv zu machen.

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zuletzt editiert am 28. Februar 2025
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