Ein beeindruckender Blick von unten auf einen hohen Baumstamm mit grünen Blättern und blauem Himmel im Hintergrund.
Holz sollte zunächst stofflich genutzt werden, bevor man es zum Heizen verbrennt. (Quelle: Pixabay)

Aktuell 2026-05-11T07:00:00Z VHI begrüßt Kaskadenregelung

Der Verband der Holzwerkstoff- und Innentürenindustrie begrüßt die Pläne der Bundesregierung, im geplanten neuen Gebäudemodernisierungsgesetz eine Kaskadenregelung für die Nutzung fester Biomasse aufzunehmen. Für eine flächendeckende Anwendung der Holzenergie auch im Gebäudebereich fehle es an dauerhaft ausreichend verfügbaren regional erzeugten Holzmengen.

„Die Wärmewende kann daher nicht maßgeblich auf dem Rohstoff Holz basieren – weder im Gebäudebereich noch im Kraftwerksbereich“, betont VHI-Geschäftsführerin Anemon Strohmeyer. „Denn die Kohlenstoffspeicherung in Holzprodukten steht in Konkurrenz zur kurzfristigen energetischen Nutzung von stofflich verwertbarem Holz etwa in Pellets .“ Wo es Nutzungskonflikte gibt, müsse der Gesetzgeber Leitplanken einziehen. Der VHI begrüßt daher die geplante Berücksichtigung einer Kaskadennutzung im neuen Gebäudemodernisierungsgesetz – wie es sie auch bereits in der Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED III) der Europäischen Union gibt. „Es kommt nun natürlich darauf an, dass diese Kaskadenregelung praxistauglich umgesetzt wird“, ergänzt Strohmeyer.

Stoffliche Nutzung zuerst

Das Prinzip der Kaskadennutzung müsse natürlich auch bei der staatlichen Förderung rund um den Heizungstausch berücksichtigt werden – so der VHI in einer Pressemitteilung von letzter Woche. Diese Förderung durch die Bundesförderung für effiziente Gebäude ( BEG ) dürfe eben nicht „mit der Gießkanne“ erfolgen und mit „Technologieoffenheit“ begründet werden. Stattdessen müsse sachgerecht zwischen den Wärmeträgern differenziert werden.

Ein professionelles Porträt einer Frau mit Brille in einem dunklen Blazer vor einem neutralen Hintergrund.
VHI-Geschäftsführerin Anemon Strohmeyer. (Quelle: VHI)

Anemon Strohmeyer: „Holzenergie muss eben anders betrachtet werden als erneuerbare Energie- und Wärmeträger, die auf nicht limitierten Ressourcen basieren und keiner Nutzungskonkurrenz unterliegenden (etwa Wärmepumpen oder Solarthermie ). Denn im Bereich Holzenergie ist jede Förderung eine Entscheidung gegen eine stoffliche Nutzung und führt zu einer Wettbewerbsverzerrung und wirkt damit im Bereich der Anlagen letztlich preistreibend – sowohl für das Bauen und Wohnen mit Holz als auch für das Heizen mit Holz.“

Zum Hintergrund: Unter Kaskadennutzung versteht man die Strategie, Holz und andere feste Biomasse erst dann für Heizzwecke zu verbrennen, wenn die Naturmaterialien zuvor bereits möglichst viele Produktleben durchlaufen haben. Auf diese Weise bleibt das im Holz gespeicherte Kohlendioxid lange gebunden und wird nicht sofort als „Klimagas“ in die Atmosphäre freigesetzt.

Verbrennen als typische Endnutzung für Holz wird bei einer Kaskadenregelung also nicht generell verteufelt – zumal es allemal besser ist, nachwachsende Rohstoffe zu verbrennen als fossile Brennstoffe wie Öl und Gas. Hochwertiges Holz aus dem Wald sollte nach der Ernte aber nicht direkt als Energieholz genutzt werden. Weitere Infos zum Thema bietet auch der BaustoffWissen-Beitrag „ Kaskadennutzung bei Holz “.

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zuletzt editiert am 07. Mai 2026