Eine professionell wirkende Unternehmerin steht selbstbewusst vor der modernen Fassade des Baustoffhandels Metzger, der seit 1960 besteht.
Auch BDB-Präsidentin Katharina Metzger hat den Brandbrief unterzeichnet. (Quelle: Metzger-Gruppe)

Aktuell 2026-08-10T10:00:00Z Wohnungsbau-Brandbrief an die Politik

Die Bau- und Wohnungswirtschaft warnt vor einem noch stärkeren Einbruch beim Wohnungsbau durch die jüngsten Förder-Kürzungen des Bundes. „Dass der Bund genau in dieser Zeit das Geld, das der Wohnungsbau als Förderung dringend braucht, zusammenstreicht, ist fatal“, heißt es in einem Brandbrief, den das „Verbändebündnis Wohnungsbau“ Ende Juli an die Bundesregierung und den Bundestag gerichtet hat.

Die „Ad-hoc-Kürzung“ der Bundesregierung bei der Wohnungsbau-Förderung erschüttere laufende Bauvorhaben, heißt es in dem Protestbrief der Branche, den Interessierte beim Verbändebündnis Wohnungsbau anfordern können. Darin heißt es unter anderem: „Zahlreiche Neubau-, Sanierungs- und Investitionsvorhaben werden durch die Kürzungen des Bundes zusammengestrichen. Ein Großteil wird sogar ganz begraben: Baugenehmigungen verschwinden in den Schubladen“.

„Gewaltiger Dämpfer“

Nach Angaben des Verbändebündnis werden durch die neuen Förderregeln 2027 allein im Neubau knapp 1,4 Mrd. Euro weniger zur Verfügung stehen als in diesem Jahr. Das treffe den ohnehin schwer angeschlagenen Neubau enorm und werde ihm „einen gewaltigen Dämpfer versetzen“.

Die Folge: Der Bau und die Baustoffherstellung müssten Kapazitäten abbauen. „Fachkräfte gehen von Bord und kommen auf absehbare Zeit auch nicht wieder zurück. Es wird – ganz sicher – weitere Insolvenzen geben“, warnt das Verbändebündnis, dem der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB), der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW), die Bau-Industriegewerkschaft (IG BAU), der Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB), der Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW) und die Deutsche Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau (DGfM) angehören.

Gemeinsam richten die Akteure des Bündnisses in ihrem Brandbrief deutliche Worte an die Bundespolitik: „Der Bund darf dem Wohnungsbau keine Mittel streichen, damit er die Chance hat, wenigstens auf dem niedrigen Niveau, das er aktuell noch hat, weiterzumachen.“ Jetzt beim Wohnungsbau den Rotstift anzusetzen, bremse Investitionen – mit „erheblichen Sofort- und Spätfolgen für das Bauen, Sanieren und Wohnen in Deutschland“.

Verlässlichkeit gefordert

Das Wichtigste für den Wohnungsbau sei Verlässlichkeit. Nur sie schaffe Planungssicherheit. „Denn das Schaffen von Wohnraum ist ein auf Jahre angelegter Prozess: von der Bedarfs- und Finanzierungsplanung über den Grundstückskauf, die Entwurfsplanung und die Baugenehmigung bis zum Roh- und Innenausbau mit anschließender Abnahme und Übergabe“, so das Verbändebündnis Wohnungsbau.

Fatal seien die Kürzungen auch im Bereich der Modernisierung. „Die Bundesregierung tritt damit beim energetischen Bauen und Sanieren voll auf die Bremse“, heißt es im Brandbrief. „Die Kürzungen betreffen ausgerechnet klimawirksame und sozial sensible Sanierungsprojekte in Mehrfamilienhäusern.“ Gerade dort lägen aber große CO2-Einsparpotenziale. Die neue Förderlandschaft mache die Erreichung der Klimaziele im Gebäudebereich unmöglich – mutmaßen die Branchenverbände.

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zuletzt editiert am 10. August 2026
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