Der Bundesverband Wärmepumpe hat seine neue Branchenstudie vorgelegt. Für 2026 und die kommenden Jahre rechnet der Verband mit Wachstumsraten von jeweils rund 10 %. Das Interesse von Hauseigentümern an Wärmepumpen sei zwar groß. Die Nachfrage bleibe aber hinter dem eigentlichen Potenzial zurück, da die Debatte um das Gebäudemodernisierungsgesetz für erhebliche Unsicherheit am Heizungsmarkt sorge.
Die knapp 35-seitige Branchenstudie 2026 (Download-Link hier ) hat der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) erst veröffentlicht, nachdem die Bundesregierung nochmal ihren Willen zur Abschaffung des bisherigen Gebäudeenergiegesetzes („Heizungsgesetz“) bekräftigt und in diesem Zusammenhang Ende Februar ihre Eckpunkte für das geplante neue Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) vorgelegt hatte. Die Unsicherheit, die daraus entsteht, dass sich die gesetzlichen Rahmenbedingungen zum Heizungsmarkt nun erneut verändern werden, spiegelt sich daher auch in den Prognosen und Handelsempfehlungen der neuen Branchenstudie wider.
Absatz hinterm Marktpotenzial
Für das laufende Jahr rechnet der BWP mit einem Absatz von 332.500 Wärmepumpen („Business-as-usual“-Szenario). Das wären 11 % mehr als im Vorjahr (299.000). Ähnliche Wachstumsraten erwartet der Verband auch für die kommenden drei Jahre. Das prognostizierte Wachstum bleibt aus Sicht des BWP aber hinter dem eigentlichen Marktpotenzial zurück, da die Debatte um das Gebäudemodernisierungsgesetz für erhebliche Unsicherheit am Heizungsmarkt sorge.
Der Verband begrüßt in diesem Zusammenhang, dass die Bunderegierung zumindest die auskömmliche Finanzierung der Heizungsförderung bis mindestens 2029 beschlossen habe. „Jeder Förder-Euro löst das Vierfache an Investitionen in die Gebäudemodernisierung aus“, sagt BWP-Geschäftsführer Dr. Martin Sabel mit Verweis auf den jüngsten Evaluierungsbericht zur BEG-Förderung . „5,5 Mrd. Euro Förderung für neue Heizungen stehen deshalb 4 Mrd. Euro an Steuereinnahmen für die öffentlichen Haushalte gegenüber.“
Kritik am Regierungskurs
Die Debatte um das Gebäudemodernisierungsgesetz habe erneut zu Verunsicherung bei Hauseigentümern geführt. „Unsere Kunden stellen uns viele Fragen, die sich frühestens mit Abschluss der Gesetzgebung beantworten lassen, etwa zu den Vorgaben für die Nutzung CO2-armer Energieträger in neuen Gas- und Ölheizungen“, bestätigt Handwerkermeister Norbert Ruths aus Langenlonsheim, der zugleich Mitglied im Vorstand des BWP ist. „Es ist schwer zu verstehen, warum das Gebäudemodernisierungsgesetz trotz der weltpolitischen Ereignisse die Installation neuer Öl- und Gasheizungen wieder freistellt. Eine neue Modernisierungswelle im Gebäudesektor lässt sich so nicht erwarten.“
Enttäuscht von der Politik ist der BWP auch in einem anderen Punkt. „Von einem fairen Wettbewerb zwischen der Wärmepumpe und den fossilen Alternativen kann angesichts der hohen staatlichen Abgabenbelastung auf Strom derzeit keine Rede sein“, kritisiert Verbandsgeschäftsführer Sabel. „Statt endlich die Absenkung der Stromsteuer umzusetzen, wird sogar wieder häufiger der CO2-Preis in Frage gestellt. „Wir brauchen mehr Klarheit im neuen Ordnungsrecht, Kontinuität in der Förderung und Entlastungen beim Strompreis.“
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