RM Rudolf Müller
Die Edelstahl-Fliesenprofile „Alferstep“ schützen Stufenkanten gegen Beschädigungen.  Alle Fotos: Alferpro

Die Edelstahl-Fliesenprofile „Alferstep“ schützen Stufenkanten gegen Beschädigungen.  Alle Fotos: Alferpro

Boden und Wand
16. Februar 2022 | Artikel teilen Artikel teilen

Vorteile von Edelstahl-Fliesenprofilen

Fliesenprofile sorgen in den Randbereichen von Wand- und Bodenbelägen für einen wirksamen Kantenschutz und ermöglichen zugleich dauerhaft wartungs- und schimmelfreie Bewegungsfugen. Für ihre ausgesprochen schicke Optik, die besondere mechanische Belastbarkeit sowie die Widerstandsfähigkeit gegen Korrosion und schädliche Substanzen sind Fliesenprofile aus Edelstahl bekannt.

Fliesenbeläge werden üblicherweise verfugt. Nur so entsteht eine kraftschlüssige Verbindung zwischen den einzelnen Platten, ohne dass die einzelnen Fliesen verrutschen oder beim Begehen kippeln. Das Auffüllen mit Fugenmaterial verhindert zudem, dass sich Schmutz oder Wasser in den Ritzen sammeln kann. Zwischen den Fliesen selbst kommen starre Fugenmörtel zum Einsatz. An den Rändern der Fliesenbeläge verwendet man dagegen elastische Fugendichtstoffe – am häufigsten kostengünstiges Sanitärsilikon.

Hochwertige Silikon-Alternative

Das Winkelprofil „Alferbasic“ ist wahlweise in Edelstahl (V2A, V4A), Aluminium, Messing oder Kunststoff erhältlich.

Das Winkelprofil „Alferbasic“ ist wahlweise in Edelstahl (V2A, V4A), Aluminium, Messing oder Kunststoff erhältlich.

Silikon allerdings ist optisch wenig ansprechend und nur gering belastbar. Es neigt zu Rissen und wird leicht von Schimmelpilzen befallen. Doch es gibt hochwertige Alternativen: Fugenprofile aus Metall oder Kunststoff.

Diese oft auch Fliesenleisten oder Fliesenschienen genannten Produkte sind – je nach Verwendungszweck – in vielfältigen Ausführungen erhältlich. Sie kommen einerseits zum Einsatz, um die Randbereiche von Fliesenflächen optisch ansprechend zu gestalten, bieten andererseits aber auch einen wirksamen Fliesenkantenschutz und versprechen langlebige, wartungsfreie sowie dauerhaft hygienische Fugen. Dafür sind sie natürlich teurer als Silikon.

Kann man altes Silikon einfach durch ein schickes Fugenprofil austauschen? Leider nein, denn die Profile werden fest im Fliesenbelag verankert, ihr unterer Teil ragt in den Fliesenkleber unterhalb der Beläge hinein. Der Einsatz macht daher im Prinzip nur Sinn, wenn Flächen komplett neu verlegt werden.

Wenn aber Fugenprofile starre Oberflächen aus Metall oder Kunststoff aufweisen, können sie dann überhaupt die Funktion als elastische Dichtstoffe ausüben? Ja, denn es gibt zum Beispiel Metallprofile, die unterhalb ihrer Sichtoberfläche über wartungsfreie elastische Bauteile verfügen, die sich bei äußeren Krafteinwirkungen zusammenpressen lassen und anschließend wieder ihre Ausgangsposition einnehmen. Die Elastizität solcher Konstruktionen ist in der Regel deutlich höher als die von Silikon.

Typische Funktionen

Fliesenprofile bestehen in der Regel aus Aluminium, Messing, Edelstahl oder auch Kunststoff und kommen sowohl für Beläge an Wänden und Böden als auch im Treppenbereich zum Einsatz. Obwohl sie oft auch wegen ihrer optischen Eigenschaften ausgewählt werden – als Abdeckung für die nicht so schönen Fliesenkanten – kommen doch meist auch Schutzfunktionen hinzu. Die besonders stabilen Metallprofile empfehlen sich jedenfalls bevorzugt in Bereichen mit hoher mechanischer Belastung und/oder aggressiven Umwelteinflüssen.

In Eck- und Kantenbereichen sind Fliesenbeläge besonders empfindlich. Profile bieten hier sicheren Schutz vor Abrieb und Bruch. So garantieren Sockelleisten einen geschützten Übergang zwischen Boden und Wand beziehungsweise aufragenden Sanitärobjekten wie Badewannen. Treppenstufen-Profile schützen geflieste Stufenkanten gegen mechanische Belastungen. Am Boden sorgen Profile zudem für einen optisch ansprechenden und sicheren Übergang zwischen verschiedenen Belägen und gleichen gegebenenfalls Höhenunterschiede aus.

Fliesenprofile aus Edelstahl

Produktion von Edelstahl-Profilen im Alferpro-Werk Wutöschingen.

Produktion von Edelstahl-Profilen im Alferpro-Werk Wutöschingen.

Als besonders hochwertig und schick gelten Fliesenprofile aus Edelstahl. Nach Angaben des Profilherstellers Alferpro sind sie zudem auch „die beste Wahl bei Anwendungen mit besonders hohen mechanischen Belastungen und in Umgebungen mit besonders hohem Korrosionsrisiko“. Edelstahl ist sehr widerstandsfähig gegen äußere Faktoren wie Feuchtigkeit, Salze, Säuren und sonstige Chemikalien. Darüber hinaus ist das Material ausgesprochen pflegeleicht, im Innen- und Außenbereich einsetzbar, langlebig und nicht zuletzt auch einfach wiederverwertbar.

Die nachgewiesene Lebensdauer von Bauteilen aus Edelstahl Rostfrei beträgt nach Angabe des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung für die meisten Anwendungsbereiche mehr als 50 Jahre“, heißt es in einer Pressemitteilung von Alferpro. Diese Produkte zeigten keine Alterung und keine signifikanten Abtragungsraten und seien zu 100 % ohne Qualitätsverlust recycelbar. Auch Legierungselemente wie Chrom, Nickel und Molybdän könnten nahezu vollständig wiedergewonnen werden.

Edelstahl ist übrigens nicht gleich Edelstahl. Es gibt verschiedene Legierungen. Nach Angaben von Alferpro ist V2A die am häufigsten eingesetzte Edelstahlsorte. Sie ist mit Chrom und Nickel legiert, verfügt also über eine Schutzschicht gegen Rost. Das bei Edelstahl häufig verwendete Label „rostfrei“ ist allerdings irreführend. Wie auch Profilhersteller Alferpro einräumt, kann die schützende Oxidschicht von V2A-Stahl durch thermische oder mechanische Belastungen durchaus derart angegriffen werden, dass es in der Folge doch zu Rostbildung kommt.

V2A- und V4A-Legierungen

Die Edelstahlvariante V4A wird neben Chrom und Nickel zusätzlich mit etwa 2 % Molybdän legiert und hat dadurch eine noch höhere Widerstandsfähigkeit gegen Korrosion. Diese Variante ist daher beständiger gegen Chloride, Säuren und andere Chemikalien als V2A und eignet sich zum Beispiel eher für Anwendungen, bei denen es zu Kontakt mit Salz- oder Chlorwasser kommt.

Einen hundertprozentigen Schutz gegen Rost würden aber auch V4A-Legierungen nicht bieten – so Alferpro. Die Variante sei aber die beste Wahl bei Anwendungen mit besonders hohen chemischen Belastungen und in Umgebungen mit besonders hohem Korrosionsrisiko.


Über den Autor Roland Grimm ist seit Februar 2013 freier Journalist mit Sitz in Essen und schreibt regelmäßig Fachwissen-Artikel für BaustoffWissen. Zuvor war er rund sechs Jahre Fachredakteur beim Branchenmagazin BaustoffMarkt und außerdem verantwortlicher Redakteur sowie ab 2010 Chefredakteur der Fachzeitschrift baustoffpraxis. Kontakt: freierjournalist@rolandgrimm.com

 

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