Ein Mann im Anzug sitzt in einem modernen Büro und schaut nachdenklich.
Dr. Matthias Frederichs blickt wieder etwas optimistischer auf die Zukunft der Baustoffindustrie. (Quelle: bbs)

Aktuell 2026-01-12T08:00:00Z Jahresausblick für die Baustoffindustrie

Zur Lage der deutschen Baustoffindustrie verbreitet der Bundesverband Baustoffe – Steine und Erden zum Jahresauftakt „vorsichtigen Optimismus“. Der schwerste Produktionseinbruch seit Gründung der Bundesrepublik scheine weitestgehend überstanden – heißt es in einer Pressemitteilung von letzter Woche. Die Konjunkturindikatoren ließen auch eine Stabilisierung im Wohnungsbau erkennen.

„Die Talsohle wurde 2025 endlich erreicht“, erklärt Dr. Matthias Frederichs, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Baustoffe – Steine und Erden (bbs). „Unter den richtigen Rahmenbedingungen kann es 2026 wieder spürbar aufwärts gehen“. Für eine nachhaltige Trendwende seien jedoch rasche, verlässliche und konsequent umgesetzte politische Reformen unerlässlich.

Lob für Bundesregierung

Positiv bewertet der Verband das jüngste baupolitische Engagement der Bundesregierung. Mit der befristeten Wiedereinführung der EH55-Förderung sowie dem so genannten Bau-Turbo seien Instrumente auf den Weg gebracht worden, die kurz- und mittelfristig Impulse für den Wohnungsbau setzen könnten.

Mehr Planungssicherheit brauche es hingegen bei der energetischen Sanierung des Gebäudebestands. „Die anhaltenden Unsicherheiten zur Zukunft des Gebäudeenergiegesetzes sowie zur nationalen Umsetzung der europäischen Gebäuderichtlinie EPBD wirken derzeit wie ein Bremsklotz für Investitionen in Energieeffizienz und Klimaschutz im Gebäudesektor“, warnt Frederichs.

Entscheidend sei ein ausgewogenes Zusammenspiel aus Effizienzsteigerungen und der Umstellung auf klimaneutrale Wärmeerzeugung. Gerade Gebäude mit dem schlechtesten energetischen Zustand sollten gezielt förderpolitisch adressiert werden, um die Effizienz zu steigern und CO₂-Emissionen und Heizkosten wirksam zu senken.

Hoffen aufs Sondervermögen

Große Bedeutung misst der bbs den geplanten Investitionen aus dem Infrastruktur-Sondervermögen bei. Diese müssten 2026 zwingend „auf die Straße gebracht werden“. Scharf kritisiert der Verband hingegen die inzwischen beschlossenen Kürzungen der Investitionen aus dem Kernhaushalt zulasten des Sondervermögens. „Wir nehmen 500 Milliarden Euro zusätzliche Schulden auf, erzielen aber lediglich ein Wachstum von Nullkomma X – das kann nicht im Sinne der Erfinder sein“, findet der bbs-Hauptgeschäftsführer.

Damit die vorhandenen Mittel schnell eingesetzt werden können, brauche es einen zügigen Beschluss des Infrastruktur-Zukunftsgesetzes. Um darüber hinaus die Wirksamkeit des Sondervermögens zu erhöhen, müssten Planungs- und Genehmigungsverfahren entlang der gesamten Wertschöpfungskette deutlich beschleunigt werden – ausdrücklich auch bei der Gewinnung der benötigten mineralischen Rohstoffe.

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zuletzt editiert am 09. Januar 2026