Die Silbe „Drän“ im Wort Dränbeton ist die eingedeutschte Variante des englischen Verbes „to drain“ (entwässern, abtropfen lassen, trockenlegen) beziehungsweise des englischen Substantivs „drainage“ (Entwässerung). Das passt, denn Dränbeton dient insbesondere der Entwässerung im Straßen- und Wegebau.
Der Begriff Dränage oder Drainage hat sich im Deutschen als Bezeichnung für technische Systeme eingebürgert, die Wasser „auffangen“ und zielgerichtet ableiten und damit dazu beitragen, dass Bauwerke beziehungsweise Baustoffe nicht durch anfallende Feuchtigkeit beschädigt werden. Beispiele dafür sind Ringdrainagen für die Gebäudeentwässerung oder Drainagematten zur Bodenentwässerung auf Terrassen- und Balkonflächen.
Auch Dränbeton dient häufig der Entwässerung von Bodenbereichen, wobei man ihn hauptsächlich für offenporige Trag- und Deckschichten auf Straßen, Rad- und Gehwegen sowie Brücken einsetzt. Aber auch zur Herstellung wasserdurchlässiger Tragschichten unterhalb von Natursteinplatten oder Pflastersteinen eignet sich das Material. Weitere Einsatzbereiche sind zum Beispiel Betonfilterrohre und Lärmschutzwände.
Haufwerksporige Struktur

Schichten aus Dränbeton enthalten keine Rohre oder Kanäle aus Kunststoff, wie man sie bei anderen Drainage-Systemen oft findet. Die Ableitung des Wassers erfolgt vielmehr durch die Betonschicht selbst. Wie alle Betone ist auch Dränbeton ein Verbund aus Zementleim und Gesteinskörnungen. Während normaler Beton allerdings eine hohe Dichte hat, ist die stoffliche Struktur von Dränbeton deutlich poröser. Es handelt sich um eine haufwerksporige Struktur wie bei Leichtbeton -Mauersteinen.
Durch die Verwendung von Gesteinskörnungen von relativ hoher Korngröße ergeben sich vergleichsweise große Zwischenräume zwischen den einzelnen Partikeln. Diese werden nicht vollständig mit Zement gefüllt, sondern nur punktuell miteinander verkittet. Dadurch enthalten Dränbetonschichten untereinander verbundene Hohlräume, durch die Niederschlagswasser leicht in das Erdreich unterhalb der Verkehrsfläche versickern kann.
Der Hohlraumanteil bei Dränbeton liegt in der Regel zwischen 15 und 20 Volumen-Prozent. Damit trägt das Material zur örtlichen Regenwasserversickerung bei und unterstützt den natürlichen Wasserkreislauf sowie die Grundwasserbildung. Außerdem wird die Gefahr von Aquaplaning auf Fahrbahnen deutlich vermindert.
Lärmreduzierung inklusive
Für die Entwässerung von Verkehrsflächen ist Dränbeton vielseitig einsetzbar: als oberste Deckschicht, als Tragschicht unterhalb einer Deckschicht aus einem anderen versickerungsfähigen Material oder auch für die Ausbildung der seitlichen Abschlussstreifen neben der Fahrbahn (Bankette). Dränbeton dient aber nicht nur zur Versickerung, sondern macht Straßen und Wege auch „leiser“. Wie das? Ganz einfach: Die Hohlräume im Material „schlucken“ einen Teil des Schalls, der von rollenden Reifen auf der Fahrbahn verursacht wird, und reduzieren damit den wahrnehmbaren Geräuschpegel.
Die Schallschutzwirkung von Dränbeton ist vergleichbar mit der von Fahrbahndecken aus offenporigem Asphalt (Dränasphalt), der umgangssprachlich oft als „Flüsterasphalt“ bezeichnet wird. Dränbeton hat allerdings einen Vorteil: Im Vergleich zu Dränasphalt gilt er als langlebiger – unter anderem weil Beton belastbarer und weniger anfällig für Spurrinnen ist.
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Über den Autor Roland Grimm ist seit Februar 2013 freier Journalist mit Sitz in Essen und schreibt regelmäßig Fachwissen-Artikel für BaustoffWissen . Zuvor war er rund sechs Jahre Fachredakteur beim Branchenmagazin BaustoffMarkt und außerdem verantwortlicher Redakteur sowie ab 2010 Chefredakteur der Fachzeitschrift baustoffpraxis . Kontakt: freierjournalist@rolandgrimm.com